5mal illegal – warum eigentlich, BMVIT?

Die Fahrradverordnung wird gerade novelliert und die Entwürfe bringen nicht viel Gutes (IGF-Stellungnahme hier). Kindertransport in Familienrädern wird erlaubt, aber viele wichtige Änderungen unterbleiben, obwohl sie einfach zu ersetzende, anachronistische Relikte sind oder die vorgeschriebenen Produkte gar nicht im Handel erhältlich sind. Besonders auffällig ist das bei dieser – an sich sehr praktischen und sicher sicheren – modernen Mobilitätslösung:

Laut Fahrradverordnung dürfen nach § 3. (2) “Rennfahrräder nicht zum Ziehen von Anhängern verwendet werden” und muss jedes Fahrrad mit Anhänger laut (1) 3. “über einen Fahrradständer verfügen”. Ersteres bleibt völlig unnachvollziehbar und illegalisiert unnötig eine vielerorts gern genutzte umwelkfreundliche Transportform! Dazu kommen noch Lichtbestimmungen, die laut § 5 Anhängernn auch bei Tageslicht Rücklichter vorzuschreiben, was nutzlos und bei Fahrrädern selbst nicht mehr verordnet ist. Gänzlich unerhältlich für Lastenanhänger sind die vorgeschriebene “Radblockiereinrichtung, die auf beide Räder wirkt, oder einer Feststellbremse “. Warum das beibehalten werden soll, frage man am besten direkt beim BMVIT: fbm@bmvit.gv.at

Alec, 26. November, 2012, Kategorie: Blog.

3 Kommentare zu “5mal illegal – warum eigentlich, BMVIT?”

  1. Gerald Eischer schreibt:
    27. November, 2012 um 00:42

    Das abgebildete Gespann ist 6-fach illegal. Übersehen wurde

    §5 Abs 5 Die Beschaffenheit der Kupplung muß gewährleisteten, daß der Anhänger aufrecht stehen bleibt, wenn das Zugfahrrad umkippt.

    Einradanhänger und anhängbare Einkaufstaschen (z.B. Winther Donkey, Andersen) kippen bei umkippendem Zugfahrrad zwangsläufig um. Weshalb diese verboten sein sollen, ist wohl ein Geheimnis des BMVIT. Aufgrund der Gleichwertigkeitsklausel ist dieses Verbot aber eh nichtig.

    Für von Motorrädern gezogene Anhänger ist übrigens keine Beleuchtung vorgeschrieben, außer Anhänger oder Beladung verdecken das Rücklicht vom Motorrad. KFG § 104 Abs 5 lit b und c.

  2. Naomi schreibt:
    27. Januar, 2014 um 08:57

    Ich habe mir bisher noch keine so intensiven Gedanken um mein Fahrrad gemacht, doch dieser Beitrag lässt mich nachdenken. Warum? Ich habe viele Installationen selbst vorgenommen und bin nun nicht sicher, ob diese eigentlich legal sind. Was passiert eigentlich im Schadensfall, wenn man mit so einem Fahrrad unterwegs ist? Lichtanlage, Bremse oder auch andere Installationen nach einem Standard zu bemessen bleibt mir befremdlich.

  3. Michael schreibt:
    29. März, 2014 um 20:58

    Wenn die Kausalität des Schadensfalles in der vorschriftswidrigen Ausführung liegt, dann ist man natürlich haftbar.

    Grundsätzlich bin ich aber froh, dass man bei Fahrrädern und Anhängern den Fahrern in Österreich Eigenverantwortung zumutet, und nicht nur genehmigte Anhänger mit irgendeiner Plakette verwenden darf.

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