7.4.: Zu Gast beim Radwegekoordinator

Das Dienstfahrrad von Hr.Blaha, dauerhaft positioniert
Dienstags war eine Abordnung der IG Fahrrad zu Gast bei Hr. Ing. Blaha, dem Radwegekoordinator der Stadt Wien. Im Mittelpunkt der informativen Gesprächs stand die Erhebung der IGF über nötige Standorte für Abstellanlagen in diversen Wiener Bezirken – und das diesbezügliche verwaltungsinterne Prozedere.
Wir wollten wissen, wie wir die rasche Erhöhung der Abstellanlagenzahl auf Bezirksebene unterstützen können. Die Stadt Wien hatte ja als zentrale Radverkehrs-Maßnahme eine 90%ige Förderung für neu zu errichtende Bügel präsentiert. Erfreulich war die Auskunft, dass 10.000 Stellplätze in den nächsten Jahren errichtet werden sollen – das entspricht etwas mehr als 1200 Bügelgruppen. Um die Vorgänge zu beschleunigen und den Bezirken – die von sich aus Bedarfslisten an die MA46 senden sollen – unter die Arme zu greifen, wird die IGF auf Bezirksebene ihre Ergebnisse einbringen. Ein Hinweis an alle, die gerne vor ihrem Haus, Lokal oder Laden einen Radständer hätten: Privat beantragte Bügel fallen nicht unter die Förderung, ein Urgieren beim Bezirk, auch dort eine Errichtung vorzusehen, ist der richtige Weg. Der zweite Themenblock war der Radwege-Entwicklung gewidmet. Bezüglich City-Querung konnte Hr.Blaha auf fortschreitende Planungen bezüglich Ost-West-Verbindung und Einbahnöffnungen an der Dominkanerbastei verweisen, die dringende Öffnung der Fussgängerzone Kohlmarkt (das Nadelöhr zum Michaelerplatz) erscheint ihm leider undurchführbar. Wie wärs mit einer (autofreien!) Begegnungszone nach Schweizer Vorbild, liebe MA46?
Am enttäuschensten waren aber die Details des gross angekündigten “Ringradweg Neu”, der leider keine Abkehr vom bestehenden Schrecken bringt, sondern die alten Fehler und Denkweisen für die nächsten 20 Jahre zementiert. Schade.
Hier gibts Details und eine Umfrage zum Thema RingradwegNeu

15% Radverkehrsanteil für Wien? Charta unterzeichnen!




10. April, 2009 um 08:12
Ich verstehe es noch immer nicht, wie kann ein Mensch der nicht täglich das Rad als Verkehrsmittel nutzt, ein Koordinator sein für etwas was er gar nicht richtig kennt.
Klar ist es auch in diesem Bereich so, das alle es besser wissen wollen, und es auch zw. den FreizeitradlerInnen und AlltagsradlerInnen extreme Meinungsdifferenzen z.B. zum Thema Radwege gibt. Wien ist anders
Also, bitte keine Gehsteigradwege mehr (ich frag mich imme öfters, was mach ich eigentlich hier, Slalom durch Menschen und Verkehrsschilder, ich gehöre auf die Straße)!
Und deshalb auch: Radwegbenutzungspflicht abschaffen!
13. April, 2009 um 02:00
Immer diese geheiligten Parkplaetze, das geht mir echt schon am Arsch. Ganz abgesehen davon, ob MIV oder nicht – aber dass dem ruhenden Verkehr im oeffentlichen Raum so viel Platz geboten wird find ich einfach gaga. Und bei Autos halt noch mehr – weil die eben (im Vergleich zu anderen Indiviualverkehrsmitteln) relativ viel Platz (ver)brauchen.
Ich finds einfach seltsam. Recht egal, aus welchem Fenster welcher Wohnung in Wien man schaut – meist sieht man stehende (oder stauende..) Autos. Das find ich grindig.
Bzgl. Ringradweg: Es wurde schon vor 1-2 Jahren eine grosse Aenderung oder so angekuendigt (konnte mir schon damals nicht mehr drunter vorstellen, als jetzt umgesetzt werden soll). Drum: RWBP abschaffen, dann kann man einfach, angenehm auf der Fahrbahn fahren. Und in die Gegenrichtung halt den Radweg halbwegs benutzbar gestalten oder Nebenfahrbahnen dafuer adaptieren oder – voll arg radikal – den MIV vom Ring verbannen und ebendiesen fuer anderen Verkehr freigeben – dafuer in beiden Richtungen.
Bzgl. Flos erstem Absatz: Vllt. wird auch in Wien das Rad nicht als Alltagsverkehrsmittel anerkannt, sondern eher als Spass-, Sportvehikel gesehen. Dann hat man halt auch dann genug Ahnung, wenn man damit alle paar Wochen ein paar Radwege verunsichert..
j.
13. Mai, 2009 um 19:22
Eine große Systemlösung war angedacht, geworden ist eine Kosmetik von 4 (vier!) punktuellen (!) Maßnahmen, zitiert das vormagazin.at den Schicker.
Und weiter:
“Die bestehenden Anlagen sollen saniert, jedoch nicht durchgängig markant gekennzeichnet werden. Es gehe um gegenseitige Rücksicht – die Fahrradfahrer müssten zur Kenntnis nehmen, dass es auch andere Menschen gebe, so Schicker.”
Verarsche pur.
“Ausgespart bei der übergreifenden Idee, die Ringstraße für Radfahrer auf Innen- und Außenseite durchgängig benützbar zu machen, bleiben vorerst neuralgische Punkte wie die Bereiche um Parlament, Oper oder Hotel Imperial. Hier gebe es “veritable Konflikte” zu klären, für die das im Vorjahr beauftragte Planungsbüro Rosinak und Partner weiterhin an Lösungen arbeite.”
Nach sicher doch, ausgerechnet _das_ Nadelör beim Hotel Imperial, wo der Radverkehr Zweirichtungs(!)radweg auf nicht einmal Handtuchbreite zwischen Nebenfahrbahn und Opernpassagenabgang zusammengepfercht wird, passiert – nix.
Schicker, oh, Schicker! Was ich dazu gerne schreiben würde, lasse ich lieber bleiben. Sonst bekomme ich massiven (rechtlichen) Ärger.
10. Juni, 2009 um 12:29
Blick nach Paris:
Dort sind viele große Straßen mit einer Spur für Busse, Taxis und Radfahrer ausgestattet. Und daneben staut sich halt der alltägliche Wahnsinnsverkehr. So etwas ließe sich am Ring und Gürtel ohne Probleme realisieren – wäre der politische Wille da.
28. November, 2009 um 23:59
Auf http://www.wien.gv.at/verkehr/radfahren/sicherheit/tipps.html empfiehlt Herr Blaha: “Zu geparkten Autos seitlich einen Meter Sicherheitsabstand halten”, während er 1,2m bis 1,5m breite Mehrzwangstreifen neben Längs- und Schrägparkspuren “errichten” lässt.
Kommentar überflüssig !