Der Weihnachtsmann radelt Ihre Geschenke heim – für Radfahren auf der Mariahilfer Straße
Aktion der Radlobby.IGF auf der Mariahilfer Straße am 17.12.2011, 13-16h
Ja zu einer verkehrsberuhigten, radfreundlichen Mariahilfer Straße!
Die Radlobby.IGF wird mit feinen Bildern die Augen öffnen für eine andere Wahrnehmung der Mariahilfer Straße als Einkaufsstraße. Am 17.12. werden die Weihnachtsmänner der Radlobby.IGF mit Lastenrädern die Einkäufe der KundInnen heimradeln: die KundInnen geben ihre Einkäufe am Radlobby.IGF-Stand vorm Gerngross-Center ab, fahren nach Hause und bekommen ihre „Packerln“ von uns frei Haus zugestellt!
Die Radlobby.IGF zeigt mit dieser Aktion, dass sich Fußgänger und Radverkehr in einer verkehrsberuhigten Mariahilfer Straße bestens vertragen und dass das Fahrrad das Auto in solchen Straßen ersetzen kann. Eine zukünftige Mariahilfer Straße ohne PKW-Stellplätze bietet ausreichend Platz für ein gedeihliches Miteinander. Die Mariahilfer Straße ist eine ganz wichtige und nicht zu ersetzende Route im Wiener Radverkehrsnetz. Daher muss sie durchgängig und zügig befahrbar bleiben!
Hier gibt es ausführlichere Infos zur Neugestaltung der Mariahilfer Straße.










13. Dezember, 2011 um 20:16
Das mit dem Lastentransport ist eine schöne Idee. Mal sehen ob der Ansturm zu bewältigen sein wird. Bezüglich der zukünftigen Befahrbarkeit der Mariahilfer Straße habe ich aber eine andere Meinung: Zügiges Befahren und eine Fußgängerzone passen nicht zusammen. In einer Fußgängerzone mit “Fahrrad frei” gilt Schrittgeschwindigkeit ebenso in einer Wohnstraße. Andere Regelungen (Tempolimits) würden an der derzeitigen Situation für Fußgänger kaum etwas ändern, da der Verkehr an Einkaufstagen ohnehin nur zäh fließt. Auch erfordert zügiges Radeln relativ viel Platz, den man ja den Fußgängern spendieren will. Aus meiner Sicht gibt es bei einer wirksamen Umgestaltung der Mariahilfer Straße zugunsten der Fußgänger für Radler somit nicht viel zu gewinnen. Sie werden maximal geduldet werden können und deutlich langsamer als heute vorankommen. Dennoch wäre ich dafür, da ich dort oft auch zu Fuß unterwegs bin und die Anfahrt auch über Seitengassen erfolgen kann. Umso wichtiger wird es sein, auch diese in die Planung der Umgestaltung miteinzubeziehen.
19. Dezember, 2011 um 22:12
@FloM:
In Deutschland funktioniert es in Fahrradstraßen relativ gut. Die Fußgänger “verlaufen” sich zwar, wie auch auf den Gehsteig-Radwegen, hier ist natürlich Rücksicht gefragt.
Da aber laut Dialog sowohl der Verkehr zu Garagen als vermutlich auch der Nachtbus durchfahren soll wird die derzeitige Fahrbahn (inkl. Parkplätze) von ca. 12 Meter auf etwa 5 Meter reduziert werden.
Dabei wären 3,5 Meter für die Zufahrt von PKW in eine Richtung zu Garagen + 1,5 Meter für Radfahrer in Gegenrichtung ausreichend. Nachtbusse müssten dabei an geeigneten Stellen halten um ihre Kollegen vorbei zu lassen.
So wäre der Querschnitt um satte 7 Meter verbreitert, an engen Stellen ist sind dies etwa 50% mehr als bisher.
Wichtiger aber als die Frage, was mit Fahrbahn und Parkstreifen gemacht wird, ist aber, dass der Fußverkehr das Maß aller Dinge werden soll, und das heißt: Weg mit den Ampeln!
Die Ampeln sind für Fußgänger und Radfahrer ärgerlich wie entbehrlich – nur Autofahrer sind darauf angewiesen,..
19. Dezember, 2011 um 23:03
Fahrradstraßen sind in Deutschland im Innenstadtereich eher die große Ausnahme und in Einkaufsstraßen praktisch gar nicht zu finden. Hier herrscht die Fußgängerzone eventuell mit “Radfahrer frei” oder der Verkehrsberuhigte Bereich vor, was rechtlich einen großen Unterschied ausmacht (Schritttempo und Vorrang für Fußgänger). Mit Ausnahme vielleicht von Berlin spielen Fahrradstraßen meiner Beobachtung nach in Deutschland generell so gut wie keine Rolle, da sie lediglich in 1-2 peripheren Vorzeigestraßen je Stadt angelegt werden, die meist sowieso verkehrsarm sind. Eine Einbahnregelung ohne Niveauangleichung wird für Fußgänger am Charakter der Mariahilfer wenig ändern, da eine trennende Barriere verbleibt und die gefahrene Geschwindigkeit der Fahrzeuge kaum reduziert wird.
Ampeln (wenn auch weniger) werden wahrscheinlich auch bleiben müssen, um den querenden Linienbusverkehr zu ermöglichen.
Enge 1,5 m Radspuren verbieten sich bei dem vorhandenen Fußgängeraufkommen aus meiner Sicht, da dann kaum mehr Ausweichmöglichkeiten bestehen. Man muss sich schon entscheiden: Entweder Fußgängerzone/Wohnstraße in der Fußgänger ungezwungen flanieren können mit Schritttempo und Nachrang für alle Fahrzeuge – zumindest zu den Geschäftszeiten – oder mehr oder weniger Beibehalten des derzeitigen Status mit einigen eher kosmetischen Umbauten. Einbahnregelungen führen zu längeren Anfahrtswegen und Kreisen durch die Nebengassen, was den Verkehr insgesamt eher wenig reduzieren wird. Eine Umgestaltung ist in jedem Fall eine große Herausforderung für die Stadtplanung.