Masterplan

Ein erster Schritt zur überkonfessionellen, österreichweiten Förderung des Radverkehrs entstand im Sommer 2006 im Umweltministerium – der “Masterplan für den Radverkehr” (hier zum download) Dem Ministerium “erscheint die gemeinsame Zielsetzung einer Verdoppelung des Radverkehrsanteils im Österreichschnitt auf 10% in einem Umsetzungszeitraum von rund 10 Jahren durchaus erreichbar.

Der vom damaligen Umweltminister Pröll vorgelegte Masterplan Radfahren stellt hierzu sieben Handlungsfelder und 17 konkrete Maßnahmen in den Vordergrund. Das Bundesministerium wird die Umsetzung der Maßnahmen des Masterplans nun weiter vorantreiben”, so schreibt die Website des Ministeriums. Abgesehen davon, dass das Ziel im Laufe der Entwurfsphase um mehrere Prozentpunkte gefallen ist, sind großteils grundvernünftige und wichtige Maßnahmen in diesem Papier aufgelistet, überwiegend orientiert an ähnlichen Masterplänen Deutschlands, Englands oder auch der (unerreichbaren) Niederlande. Leider ist seit der Verabschiedung des Masterplans nichts Relevantes geschehen.

Dennoch freuen wir uns, dass zumindestens Maßnahme 1 umgestzt wurde und ein engagierter Bundesradkoordinator, Martin Eder, installiert wurde.

Unser Kurzstatement zu den Maßnahmen des Masterplans: Verdoppelt die Geldsummen und Anstrengungen, Vervierfacht die Offenheit gegenüber zielführenden Konzepten. Der eingeschlagene Weg ist der richtige, besteht aber zur Zeit nur auf dem Papier. In der Umsetzung muss der Masterplan umfassender und konkreter werden – und darf nicht verwässert werden. Eine Proporzlösung mit Übergewicht der Autofahrerlobbies im Entscheidungsprozess ist unakzeptabel und wird den Radverkehrsanteil in Österreich nicht deutlich heben. Einsparen oder Anzapfen anderer Umwelttöpfe kann nicht die richtige Methode sein – der Radverkehr kann auch zu Lasten von motorverkehrsgebundenen Bundesmitteln gefördert werden und muß es in Zeiten des höchstnötigen Klimaschutzes auch!