Kinder-Helmpflicht vorerst gescheitert! 10 Gründe dagegen…

Dienstag 29.3. sollte im MinisterInnenrat die StVO-Novelle inklusive der (zu Recht) umstrittenen Helmpflicht für Kinder bis 10 Jahre durchgewunken werden – der Antrag von Ministerin Bures scheiterte jedoch! Und zwar unvorhersehbarerweise an der ÖVP, die jedoch völlig kontra Fahrrad agiert. Etwa auch an den zahllosen wohldurchdachten Einwänden von IGF über VCÖ zu ÖAMTC und Unterrichtsministerium? Eine “kontraproduktiv-populistische Maßnahme” hatten wir den Vorstoß aus dem BMVIT genannt, hier findet sich unser Folder mit “10 Gründen gegen Radhelmpflicht”.

Im Kurier ist zu lesen (Zeitungsclip hier) dass die Gesetzesvorlage gescheitert ist, wir hoff(t)en: nicht nur die Helmparagrafen sondern die gesamte erschütternd schlechte Nobelle zum Radverkehr (Details hier)! nun wissen wir dass zwar die StVO-Novelle als ganzes wackelt, aber aus völlig autozentristischen Gründen wie in diesem Artikel geschildert und zB von den Grünen heftig hier kritisiert.

Hier findet ihr die 10 Argumente gegen Radhelmpflicht für Kinder aus unserem gemeinsam mit Radlobby.at und VCÖ erstellten Info-Folder:

1. Fahrradförderung erhöht die Verkehrssicherheit – mit und ohne Helm

Je mehr Personen mit dem Fahrrad fahren, desto sicherer ist Radfahren. Das zeigen internationale Erfahrungen. Verdoppelt sich der Radverkehrsanteil, verringert sich das tödliche Unfallrisiko beim Radfahren um 37 Prozent.

2. Eine Helmpflicht verleidet Kindern das Radfahren

Ein Helmzwang führt bei Kindern zu einer Abschreckung. Das Resultat: Die Fahrradnutzungnimmt ab. Das belegen Studien aus zahlreichen Staaten.

3. Unnötige Einschränkung der Bewegung von Kindern – zu Lasten ihrer Gesundheit

Bewegung ist gesund, ganz besonders für Kinder. Fahrradfahren macht Spaß und ist auch zu fördern. Wenn Kinder Helme tragen müssen, schränkt das ihren Bewegungsdrang ein. Die spontane Benützung des Fahrrads ist mit Helmpflicht oft nicht mehr möglich.

4. Helmpflicht: Weniger statt mehr Schutz

Schon heute versuchen Versicherungen Leistungen zu kürzen, wenn ein Unfallopfer beim Radfahren keinen Helm getragen hat. Dies auch dann, wenn Radfahrende am Unfall
gar nicht schuld waren. Die Helmpflicht wird daher dazu führen, dass Kinder bei Unfällen finanziell weniger gut geschützt sind als heute.

5. Ausbildung und Übung statt Einschränkung

Die intensive Helmwerbung stellt Radfahren als unsicher dar und schürt die Furcht vor Unfällen. Aus Angst reagieren Eltern mit Einschränkungen für Kinder. Es wäre sinnvoller, sie würden mit den Kindern das sichere Radfahren üben und sie dadurch fördern.

6. Helme werden gerne freiwillig getragen – eine Helmpflicht ist überflüssig und kontraproduktiv

Schon heute tragen 87 Prozent der Kleinsten in Österreich im Straßenverkehr einen Fahrradhelm. Vielleicht könnte ein Helmzwang diese Quote auf bis zu 95 Prozent erhöhen. Aber dies würde vor allem dadurch erreicht, dass viele der heute unbehelmten Kinder und Jugendlichen nicht mehr Radfahren würden. Die Helmpflicht würde somit ein für die Zukunft wichtiges Verkehrsmittel bremsen statt fördern. Das ist kontraproduktiv.

7. Der Helm nützt weniger als in der Werbung suggeriert wird

Der Fahrradhelm schützt den Kopf nicht so umfassend, wie viele glauben. Gerade bei schweren Kopfverletzungen hilft der Helm wenig. Und er kann Kinder zu risikoreicherem Verhalten verleiten. Zudem tragen Kinder den Helm oft falsch: zu groß, zu locker, zu weit im Nacken. Das kann zu schweren Halsverletzungen führen. Übrigens: Weniger als zehn Prozent der Radunfälle führen zu Kopfverletzungen.

8. Unterstützung statt Bestrafung für sicheres Verhalten

Auch auf kürzesten Fahrten im Wohngebiet müssten Kinder bei einer Helmpflicht Helme tragen – jederzeit und überall. Die Polizei hätte Kinder und Eltern zu kontrollieren, statt sicheres Verhalten zu fördern. Das führt zu Mehraufwand für nichts.

9. Weltweit kein messbarer Sicherheitsgewinn beim Radfahren durch Helmpflicht bei Kindern.

Weltweit konnte in keinem einzigen Staat mit Radhelmpflicht für Kinder eine positive Sicherheitswirkung nachgewiesen werden. Die EU-Kommission hat die Wirksamkeit von Radhelmen untersucht und ist zu keinem positiven Ergebnis gekommen.

10. Renommierte Ärzte und Wissenschaftler sprechen sich gegen eine Radhelmpflicht für Kinder aus.

Dazu siehe Unterschriftenliste unter www.vcoe.at/radfahren

Alec, 29. März, 2011, Kategorie: Allgemein.

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