IGF-Leitfaden ‘Der ideale Rad-Abstellraum’ veröffentlicht
Die IG Fahrrad hat am 23.7. ihren brandneuen “Leitfaden zur Gestaltung eines idealen Fahrradabstellraumes im Wohnbau” präsentiert (hier zum download). Im Auftrag der Wiener Grünen hatte es sich eine Arbeitsgruppe der IGF unter Architektinnen-Beteiligung zum Ziel gesetzt, eine fundierte Orientierungshilfe für Planer und Bauherren zu bieten, wenn es um die immer wichtigere Frage geht: Wieviele Radabstellplätze braucht eine Wohnanlage und wie sollen sie gestaltet sein?
Im Einleitungstext der Broschüre, die auch von den Grünen allgemein zur Verfügung gestellt wird, heißt es: “Das Fahrrad wird in Wien immer mehr zum alltäglichen Verkehrsmittel. Es ist der Inbegriff moderner, klimafreundlicher, preisgünstiger und individueller Mobilität auf urbanen Kurzstrecken. Gerade bei den zukünftigen BewohnerInnen neu erbauter Wohnhäuser und Wohnhausanlagen löst das Fahrrad das Auto als Alltagsverkehrsmittel ab und braucht daher auch adäquaten Raum im Wohnbau. Wir versuchen hier, einen Leitfaden zu bieten, der alle wichtigen Bereiche und Planungsschritte abdeckt, die einen Radabstellraum zu einem gern genutzten, sicheren, ordentlichen und praktikablen Nutzraum machen. Der muffige, überfüllte Fahrradkeller muss Geschichte sein! Wir legen Kriterien dar, die dies sicherstellen, und geben Tipps und Hinweise auf tatsächlich radfahrerInnenfreundliche Planung.”
Ein Kernthema ist die Anzahl der Abstellplätze, die ja im Unterschied zur Anzahl der Auto-Parkplätze pro Wohneinheit im Wiener garagengesetz nicht vorgeschrieben ist. Das muss dringend geändert werden und mit der nötigen Großzügigkeit gestzlich verankert werden. Dazu im Leitfaden: ” Die Praxis zeigt, dass dieser Bedarf beinahe immer zu niedrig eingeschätzt oder der RAR aus anderen Gründen unterdimensioniert ist. Daher lautet die erste Regel: Großzügig einschätzen und planen! Wir haben internationale Richtwerte und Beispielverordnungen herangezogen und einem Praxistest im Vergleich mit 20 Wohnhausanlagen in Wien unterzogen. Daraus ergab sich eine Richtformel für den Stellplatzbedarf, die sich einerseits an der Wohnungsgröße, andererseits an der vorhersehbaren BewohnerInnenstruktur und ihrer Radnutzung orientiert.”
Die IGF fordert gemeinsam mit den Wiener Grünen daher, dass die Anzahl und Größe der Stellplätze von der jeweiligen Wohnungsgröße abhängig kalkuliert und verpflichtend zur Verfügung gestellt werden soll. Weitere Details, Empfehlungen zu Radraumgestaltung, Ordnungssystemen, Diebstahlssicherung und Nutzerfreundlichkeit finden sich übersichtlich auf den 15 Seiten in diesem PDF.

15% Radverkehrsanteil für Wien? Charta unterzeichnen!





25. Juli, 2009 um 13:13
Radabstellraum in einem Gemeindebau in Wien 20: http://gst.priv.at/fahrrad/IMG_3554.JPG
3. August, 2009 um 18:46
@gst, na da schaut unserer ja noch besser aus (80er genossenschaftsbau), aber zu klein ist er auf alle fälle bemessen und diese wandhaken sind einfach nix für alltagsradlerInnen.
28. November, 2009 um 08:37
Auch die ARGUS findet gute Radabstellanlagen in Wohnhäusern sehr wichtig für die Förderung des Radverkehrs.
Siehe auch: http://www.argus.or.at/info/rad-und-abstellanlagen/radabstellanlagen-wohnhaeuser