Medienpreis ‘Die Goldene Klingel’: Doris Knecht

goldenbell00Seit September 2007 vergibt die IGF diesen Preis als eine kleine, symbolische Anerkennung für öffentlich klar bezogene Positionen pro nachhaltigem, unmotorisiertem Verkehr, die dem österreichischen Autozentrismus den Rückspiegel vorhalten und das Fahrrad als Alltags- und Kultvehikel feiern.

Die erste Preisträgerin war Sibylle Hamann, Profil- und Falter-Journalistin aus Wien, für ihren Kommentar in der Presse zur von der ÖVP angefachten sinnfreien ‘Rad-Rowdy’-Debatte. Daran reihten sich viele andere wortstarke VertreterInnen der hiesigen Medienlandschaft, zuletzt Doris Knecht, bekannt aus Falter und Kurier…

… und manchmal Kritikerin von nacktem Radaktivismus, aber im Grunde auf unserer Seite, mit der ihr eigenen Vehenmenz. Gut so! Dafür gibts die Goldene Klingel im Sommer 2009, für einen Beitrag im Kurier nämlich:
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Und das ist einmal ein neuer, spontan vernünftig klingender Ansatz. Dass man nicht da und dort ein bissl Platz macht für die Radfahrer, sondern dass man sagt: Der öffentliche und der Radverkehr sollen unsere Hauptverkehre werden.

So sei es. Frau Knecht freut sich “jedenfalls danke! ist mir eine ehre!” und bekommt die gute Klingel aus Terminnöten virtuell! Gerne natürlich auch mal en nature falls es sich ausgingert bei ihr…

Den Frühlingspreis 2009 erhielten Ute Hauft und Uwe Mauch für ihren Kurier-Beitrag “Auf der Überholspur”. Eine ganze Seite Pro-Radfahren in einem Massenblatt in Österreich? Neu, aber gut! Daher gibts die ‘Goldenen Klingel’, für Sätze vom radfahrerisch erzeugten ‘entspannten Gesichtsausdruck’ und trotz alter Irrtümer wie ’selten elegant gekleidet’. Siehe zB copenhagencyclechic.com !

Frühere PreisträgerInnen: Im Herbst 2008 kam es in Wien/Leopoldstadt binnen kurzer Zeit zu 3 tragischen Unfällen zwischen LKW und Radfahrenden mit tödlichem Ausgang für die RadlerInnen. Wohltuend stach aus der aufwallenden Debatte über letale Folgen von vermeintlichem Radrowdytum der Kommentar von Martina Stemmer im Standard hervor. Darin wies sie in aller nötigen Klarheit auf die ‘Verdrehte Logik’ der Debatte hin – und dafür überreichte ihr die IGF Anfang Jänner die Goldene Klingel: ‘Warum fordert nach einem Unfall kaum jemand mehr Rücksicht von KFZ-Lenkern? ‘ … Für LKW-Fahrer oder Taxilenker denkt sich nie jemand einen Benimmkodex aus, da reicht die herkömmliche Verkehrsordnung offenbar aus – obwohl diese Straßenbenützer anderen schneller gefährlich werden können als Radfahrer.’

Zum zweiten Mal 2008 ging die Goldenen Klingel ins benachbarte Land, diesmal nämlich nach Bayern zur Süddeutschen Zeitung. Der mit der Klingel für September 2008 ausgezeichnete Artikel ‘Der ganz normale Wahnsinn’ macht sich Gedanken zur Mobilität – und kommt zum Schluss, dass es tatsächliche Mobilität, und ‘ … das ist die einfache Wahrheit, es nur geben wird, wenn weniger Autos unterwegs sind.’ Denn es herrscht offensichtlich Platznot, und ‘deshalb werden die Radfahrer mit den Fußgängern auf engem Raum zusammengespannt zu einer Schicksalsgemeinschaft’. Danke für diese klaren und mobilen Gedanken an W.Roth!

Für seinen engagierten Kommentar über die österreichsiche Pendlerseele und deren kontraproduktive fiskalische Umschmeichelung geht die ‘Klingel’ im Juni 2008 an Dr.Frey vom Standard. Die Verleihung erfolgte im voll belegten Fahrradhof des Standards. Dr. Frey schreibt: ‘Absurderweise wird dieses ökologische Trittbrettfahrertum von der Politik gefördert: Treibstoff wurde jahrzehntelang niedrig besteuert und der Straßenbau hoch subventioniert. Der Staat … sollte Anreize so setzen, dass sie ihr Leben energieeffizient gestalten Der hohe Ölpreis bietet die Chance, eingefahrene individuelle und gesellschaftliche Verhaltensmuster zu verändern und nachzuholen, was so lange verabsäumt wurde: der Einstieg zum Ausstieg aus der Autogesellschaft!’ Das sehen wir genauso.

Februar 2008: Nach der Winterpause geht der erste Preis des Jahres 2008 an Dr.V.Love, sorgsamer junger Kolumnist des ‘Velojournals’ von Pro Velo Schweiz, der konstant pointiert und in Erfüllung velo-ärztlicher Sorgfaltspflicht und im Sinne der Volksaufklärung Fragen wie kein anderer beantwortet, diesmal zum Thema ‘Ökobilanz’ und dem Kampf von David Velofahrer gegen Goliath SUV-Lenker. Wir gratulieren!

November 2007: Als dritte Preisträgerin wurde Dagmar Moser auserkoren, für den Textbeitrag ‘Butch Cassidy’s Girl’, der den soeben erschienen Fotoband ‘Smart Moves – die Radsammlung Embacher’ ziert. Ebendort, mitten unter den über 200 Sammlerstücken überreichte die IGF den Preis für einen pointierten Text, der ein seltenes Beispiel abgibt, warum es unvermutete Reize bietet, der Porsche-Fetischierung den Rücken zu kehren, zugunsten eines harten Fahrradrahmens: ‘Ich meine, der Porsche war nicht schlecht… Nur sind das nicht blöde Bubenträume im Vergleich zum Schnellfuß-Fahrrad? Der Mensch ohne Zutun von Wind oder Nutztier rollt von A nach B, erhaben autark.’

Preisträger im Oktober 2007 war Rechtsanwalt Alfred Noll für seinen Kommentar im Falter unter dem Titel ‘Freie Fahrt ins Gefängnis?’Für deutliche Worte wie ‘Autofahren ist an sich schon eine Gemeingefährdung. Das jährlich veranstaltete Blutbad auf unseren Straßen beweist es. Die individuelle Motorisierung ist eine abscheuliche politische Wahl.’ … bedankt sich Alec von der IGF und überreicht dem begeisterten Kommentator und Medien- und Verfassungsrechtler Trophäe und Ehrenmitgliedschaft.

Die erste Preisträgerin der im September 2007 neu ins Leben gerufenen ‘Goldenen Fahrradklingel’ war Sibylle Hamann, Profilredakteurin und freie Journalistin aus Wien, für ihren Kommentar in der Presse zur von der ÖVP angefachten, eher sinnfreien ‘Rad-Rowdy’-Debatte, die in populistischer Law-and-Order-Manier nach harten Strafen krakeelte. Unter dem Titel ‘Radfahrkunde für Anfänger’ schrieb Frau Hamann ‘Die Straße gehört nicht den Autos. Es gibt, auch wenn die Autowerbung andres verspricht, kein Vorrangsranking nach PS.’

Fotos von PreisträgerInnen:

Alec, 22. Oktober, 2009, Kategorie: Presse.

Ein Kommentar zu “Medienpreis ‘Die Goldene Klingel’: Doris Knecht”

  1. rocko_c_pons schreibt:
    15. Dezember, 2009 um 13:41

    bin mir nicht sicher ob fr. knecht diesem preis gerecht wird – hab eine zeit lang ihre kolumne im falter verfolgt und laut dieser lässt sie auf die erkenntnis, dass “der öffentliche und der radverkehr unsere hauptverkehre werden sollen” viel zu selten auch wirklich taten folgen.

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