Neu in der Ottakringer Straße: Das beradelbare Haltestellenkap

Die Ottakringer Straße in Wien erfährt zwischen Gürtel und Nattergasse gerade umfassende bauliche Veränderungen, die deutlich zur Lebensqualität der AnrainerInnen und BenutzerInnen beitragen wird: Es werden Gehsteige verbreitert, teilweise neu begrünt, Aufenthaltsorte geschaffen und Haltestellenbereiche der Straßenbahn umgebaut. Für Radfahrende besonders interessant und wichtig: Radverkehr wird durch Mehrzweckstreifen und dadurch mehr Raum sowie mit einer neuen Lösung verbessert: Nur mit Rad befahrbare Haltestellenkaps! Was bisher nur in Kombi mit KFZ möglich war, nämlich das Befahren der vorgezogenen Haltestellenflächen an Bimstationen mit dem Rad, ist nun erstmals in Wien auch rein fürs Rad umgesetzt. Das bringt wichtige Erleichterungen für Radfahrende und Verantwortung gegenüber den wartenden Öffi-NutzerInnen.

In beiden Fahrtrichtungen ist ein durchgehender Radfahrstreifen vorgesehen, der auch über die Haltestellenbereiche geführt wird. Diese Situation bedarf natürlich – wie auch mit dem KFZ im Haltestellenbereich – besonderer Rücksicht gegenüber ÖffibenutzerInnen im Haltestellenbereich: Beim Ein- und Aussteigen haben diese uneingeschränkt Vortritt, auch Radfahrende müssen durch rücksichtsvolles Verhalten und im Bedarfsfall Anhalten eventuelle Gefährdungen vermeiden. Denn hier ist gemeinsame Verantwortung gefragt!

Diese befahrbaren Haltestellenkaps verlaufen in direkter Linie als Verlängerung des Radfahrstreifens, der mit einem Auffahrtskeil über das Gleiskörperniveau angehoben wird. Im Haltstellenbereich verläuft zur Trennung des Warte- und Radbereichs eine abgeschrägte Kante zwischen Radfahrstreifen und Gehsteig. Zur Zeit sind die ersten beiden Haltestellen bereits für den Verkehr freigegeben, das Ende der Umbauarbeiten der  Ottakringerstraße ist für Ende Juni 2013 anberaumt. Und so sieht das schematisch aus:

VORTEILE
Für Radfahrende ergeben sich durch befahrbare Haltestellenkaps einige Vorteile:

TIPPS ZUR RÜCKSICHTSNAHME

FUSSGÄNGER/INNEN HABEN VORTRITT!

 

Alec, 27. November, 2012, Kategorie: Allgemein.

5 Kommentare zu “Neu in der Ottakringer Straße: Das beradelbare Haltestellenkap”

  1. kp schreibt:
    27. November, 2012 um 20:19

    Das sieht ja sehr vernünftig aus, v.a. wenn vor und nach den Stationen genug Abstand zu den parkenden Autos ist. Bis jetzt bin ich oft im Gleistrog gefahren, weil rechts von den Schienen zumeist ohnehin zu wenig Platz ist bzw. weil ich mir das ständige Kreuzen der Schienen vor den Haltestellen ersparen will. Ich hoffe aber, dass die Radfahrspuren noch eingefärbt und gekennzeichnet werden, damit wartende Fahrgäste nicht zu oft im Weg stehen. Ein Gefahrenhinweis auf der Radfahrspur wäre vielleicht auch sinnvoll, damit noch einmal darauf hingewiesen wird, dass hier mit Fußgängern zu rechnen ist.

  2. Arno Dermutz schreibt:
    27. November, 2012 um 22:23

    Hoffe, dass die Radler_innen und Fußgänger_innen einander mit Respekt begegegnen. Weniger Geschwindigkeitsstress ist mehr Zeit für ein Lächeln.

  3. rolando schreibt:
    29. November, 2012 um 11:31

    so, aktuelle fotos gibt’s ja schon,hier der selbsttest:
    die idee an sich ist sicher nicht schlecht, zumal für langsamere / nicht ganz so waghalsige radfahrer/innen, die nicht mal eben so die rutschigen gleise in steilem winkel queren wollen, bloß weil sich die fahrbahn verengt.
    die abgrenzung zum fußweg ist durch eine leichte kante auch besser gegeben als nur durch markierung.
    allerdings: die rampen sind doch sehr steil, mit tempo 20 muss man den lenker schon sehr gut fest halten – bei den zahlreichen neuen aufpflasterungen der einmündenden straßen, wo die autofahrer ja auch vorrang geben müssen, sind diese rampen deutlich harmloser ausgefallen!
    und mit tempo 30 sind die rampen sicher nicht fahrbar!

  4. kp schreibt:
    29. November, 2012 um 21:43

    Danke für das aktuelle Photo, die Markierungen sehen gut aus. Wenn sie in in paar Jahren auch noch sichtbar sind, dann passt es.

    @rolando: Ich finde es wegen der Fahrgäste in der Nähe gar nicht sooo schlecht, wenn man über diese Spuren nicht mit 30 drüber brettern kann. Muss mir das allerdings selbst noch anschaun.

  5. FloM schreibt:
    1. Dezember, 2012 um 08:03

    Lieber rolando,
    das ist sicher so gewollt. 30km/h wären in diesem Bereich viel zu schnell, zumal sich unmittelbar ein Radfahranlagenende doppelter Schutzstreifen und Radfahrüberfahrt anschließen. Diese Häufung potentieller Gefahrenpunkte sehe ich etwas kritisch. Die flacheren Fahrbahnrampen sind auch berechtigt. Die meisten Autos haben kleinere Räder bei größerem Radstand (weniger Bodenfreiheit), was die Rampen für die Fahrer subjektiv steiler macht. Es bleibt zu hoffen, dass dort alle Beteiligten vorsichtig agieren werden.

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