Radfahren lernen mit Kindern
Diesen Frühling erreichte uns die Anfrage eines Kinder-Radiosenders aus Brandenburg (ja, das gibts!) zum Thema: Wie beginnt man am besten, Kindern radfahren beizubringen? Da wars nicht weit zum Live-Interview.
Hier gibts eine mögliche Antwort… …die gleichzeitig ein Auszug aus unserem kleinen schlauen Radgeber “Radfahren in Wien”, bald im Falterverlag erhältlich, ist:
Vorausschickend ganz wichtig: Keine Kinderräder mit Stützrädern zum Lernen verwenden, sondern Laufräder, also Kleinkinderräder ohne Pedale. dadurch lernt das Kind das wichtigste, nämlich Gleichgewicht und Bewegungsfreude – der Umstieg aufs Peadl-Radl ist dann ein KLacks.
Es ist ein großer Schritt, sich erstmals mit seinem selbst radelnden Kind in den Stadtverkehr zu wagen. Aber auch hier ergibt ein kleiner Schritt den nächsten: Zuerst sollte das Kind natürlich im geschützten Umfeld eines Parks o.ä. gründlich Rad fahren gelernt haben, Sicherheit auf dem Gerät besitzen und vor allem zu einer Gefahrenbremsung fähig sein. Das ist eher eine Frage der Übung als des Alters. Auf Verkehrsflächen darf das Kind mit Rädern bis zu einer Größe von 12“ den Gehsteig benutzen, das ist bei den ersten kurzen Ausfahrten mit kleineren Sprösslingen nicht nur dem Kind, sondern auch dem begleitenden Erwachsenen zu empfehlen, da er unmöglich von der Fahrbahn aus das Kind sicher dirigieren kann. Das entspricht zwar nicht der StVO, aber jedem gesunden Schutzdenken von Erziehungsberechtigten und wird auch allgemein toleriert, da man sich ja ohnehin nur im Schritttempo bewegt, und manchmal sogar von Polizisten empfohlen.
Bald jedoch wird man sich auf Radwege oder –streifen bzw. ruhige Fahrbahnen begeben können und dort den Weg zum Einkauf, Spielplatz oder zum Kindergarten zurücklegen. Neben Geduld gegenüber den Kindern und einem wachen Auge gegenüber dem restlichen Verkehr gilt hier die Empfehlung, das Kind voraus fahren zu lassen, um es im Blickfeld zu haben und abschirmen zu können, und dabei ruhig zu dirigieren. Im besten Falle fahren vor und hinter den Kindern Erwachsene. Manchmal läßt sich ein Kind jedoch nicht überzeugen, allein vor dem Elternteil herzuradeln, da es sich hinter ihm subjektiv sicherer und geführt fühlt. Dann helfen kleine Tricks, um dennoch über sein Verhalten Bescheid zu wissen, ohne ständig nach hinten zu sehen: Ein Spiegel am Lenker, miteinander Reden und Signalsysteme, wie z.B: „Klingle, wenn du dich unsicher fühlst, ich zu schnell bin etc!“ Besser jedoch ist es, das Kind sanft zum Vorausfahren zu bringen. Bei regelmäßigem Nutzen von Fahrrädern auch als Familienalltagsfahrzeug stellt sich bei Eltern und Kindern bald Sicherheit im Umgang mit dem Verkehr ein, dann ist auch die Fahrradprüfung, die mit 10 Jahren zum Alleinfahren berechtigt, ein Klacks und die elterliche Sorge nicht allzu groß.

15% Radverkehrsanteil für Wien? Charta unterzeichnen!



