‘Ringradweg Neu’? Abstimmung endet Pro Fahrradstraße!
Am 7.4. war die IG-Fahrrad zu Besuch beim Radwegkoordinator.
Sehr unerfreulich die Details zur “radfreundlichen” Erweiterung des Ringradweges, die unter dem Label “Ring-Rund-Neu” von Verkehrsstadtrat Schicker angekündigt wurde.
Wir haben daher hier eine Online-Umfrage durchgeführt, deren Ergebnis deutlich mit 90% pro Fahrradstraße am Ring ausgefallen ist. Nur wenige konnten sich mit kleinspurigen Varianten anfreunden. Darin sehen wir ein weiteres Zeichen, dass der Rückschritt in die 80er-Jahre-Radwegeplanung durch das “RingRundNeu”-Konzept überdacht und geändert werden muss!
Der Ringradweg führt derzeit als Slalomroute zwischen Alleebäumen und Touristen und ist ein Beispiel für schlechte Radanlagen in Wien. Der Radweg und der Gehweg wechseln zufällig die Spur und unsichtbare Bodenmarkierung tun ihr übriges dass es permanent zu gefährlichen Situationen kommen muss weil FussgeherInnen am Radweg und RadfahrerInnen am Fussweg unterwegs sind. Daneben fahren die Autos in einer Richtung 4spurig + Nebenfahrbahn + Parkspur in volle Pracht.
Aber das Büro Stadtrat Schicker hat ja den Ring-Rund-Neu angekündigt und heftet sich derzeit das Motto “Strasse Fair teilen” auf die Fahnen. Also waren die Hoffnungen hoch, dass für den neuen Ringradweg nun endlich eine der Nebenfahrbahnen als Radstrasse konzipiert wird. Aber umsonst gehofft. Der neue Ringradweg ist der alte mit einem neuen Mascherl. Der Slalom wird auf der anderen Seite des Rings kopiert und um ein paar Radlerfallen bei Quersstrassen erweitert.
Also statt einem zeitgemässen Konzept gibts einfach weitere gemischte Geh- und Radwege zwischen den Alleebäumen in manchen äußeren Ringstraßenteilen. Fehler, die seit 20 Jahren den Ring zur Schreckensstrecke machen, werden fortgesetzt. Begründung, nicht die Nebenfahrbahnen für Radverkehr zu widmen? Welch Überraschung: Parkplatzproblematik und Vorrangregeln. Wie wärs mit Fahrradstraßen nach deutschem Vorbild, Herr Stadtrat?
Und was meint ihr, liebe LeserInnen, zu dieser Frage?
Stimmt doch ab. Nach dem Abstimmen seht ihr die bisherigen Abstimmungsergebnisse !!
Welche Lösung würdest du als AlltagsradlerIn für einen "Ring-Rund-Neu" in Wien bevorzugen?
- Eine Fahrradstraße nach deutschem Vorbild auf der Nebenfahrbahn um den Ring (90%, 148 Votes)
- Die von Stadtrat Schicker präsentierte Lösung des gemischten Geh/Radweges (5%, 8 Votes)
- Mehrzweckstreifen auf der Nebenfahrbahn mit Parkplatzreduktion und Vorrangregelung (5%, 8 Votes)
Total Voters: 164

15% Radverkehrsanteil für Wien? Charta unterzeichnen!





28. April, 2009 um 16:32
[...] http://lobby.ig-fahrrad.org/ringradweg-neu-oder-alles-beim-alten/ [...]
28. April, 2009 um 17:51
Das Neusprech der Politiker ist wirklich ärgerlich!
28. April, 2009 um 18:33
Mir als Radfahrer wäre das ja grundsätzlich egal, wenn der Radweg weiterhin auf der Gehweg-Fläche bleibt. Nur mit folgenden zwei Maßnahmen wäre meiner Meinung nach schon vieles erreicht:
- Geradlinige Radwegführung ohne Zick-Zack um Bäume herum oder gar Straßenseitenwechsel
- durchgehende rote Asphalt-Farbe. Oft ist es Fußgängern einfach nicht klar, wo Radweg und wo Gehsteig ist – bei der chaotischen Wegführung und Markierung kann ich das aber im speziellen Touristen nicht wirklich übel nehmen.
Auf das Theater mit Fiakern und frustrierten motorisierten Verkehrsteilnehmern hätte ich eh wenig Lust.
29. April, 2009 um 14:56
[...] Moe: Mir als Ra… [...]
13. Mai, 2009 um 19:28
Am Chaos wird sich nichts ändern – denn das System Geh- und Radweg bleibt bestehen. Sollen gefälligst auf die Zufussgehenden aufpassen, die Radler, für die wir doch eh alles tun, denn:
Eine große Systemlösung war angedacht, geworden ist eine Kosmetik von 4 (vier!) punktuellen (!) Maßnahmen, zitiert das vormagazin.at den Schicker.
Und weiter:
“Die bestehenden Anlagen sollen saniert, jedoch nicht durchgängig markant gekennzeichnet werden. Es gehe um gegenseitige Rücksicht – die Fahrradfahrer müssten zur Kenntnis nehmen, dass es auch andere Menschen gebe, so Schicker.”
Verarsche pur.
“Ausgespart bei der übergreifenden Idee, die Ringstraße für Radfahrer auf Innen- und Außenseite durchgängig benützbar zu machen, bleiben vorerst neuralgische Punkte wie die Bereiche um Parlament, Oper oder Hotel Imperial. Hier gebe es “veritable Konflikte” zu klären, für die das im Vorjahr beauftragte Planungsbüro Rosinak und Partner weiterhin an Lösungen arbeite.”
Nach sicher doch, ausgerechnet _das_ Nadelör beim Hotel Imperial, wo der Radverkehr Zweirichtungs(!)radweg auf nicht einmal Handtuchbreite zwischen Nebenfahrbahn und Opernpassagenabgang zusammengepfercht wird, passiert – nix.
Schicker, oh, Schicker! Was ich dazu gerne schreiben würde, lasse ich lieber bleiben. Sonst bekomme ich massiven (rechtlichen) Ärger.
13. Mai, 2009 um 19:40
Zur Abstimmung:
Ich habe micht zwischen 2 und 3 für 3 entschieden. Allerdings als geringste Übel. Mir fehlt nämlich die Variante vier: Offizielle Erlaubnis der Benützung der Nebenfahrbahnen. Und zwar ohne Radfahranlagen-Schnick-Schnack. Soll heissen: Wozu in der Nebenfahrbahn Mehrzweckstreifen? Unnötig, da eh keine “gefährdender” Verkehr. In den Bereichen wo gegenläufige Einbahn bedarf es bloß einer Öffnung der Einbahn für RgE. Das reicht.
Wenngleich verunglückt (aus Sicht von Schicker und Co), weil sicher so nicht beabsichtigt – gibt es eine Stelle am Ring (ich sag nicht wo genau, das sollen die Herren nicht hier lesen sondern, wenn sie es wollen, selbst suchen), wo es tatsächlich erlaubt ist mit dem Rad die Nebenfahrbahn zu befahren. Trotz vorhandendem Geh- und Radweg auf der anderen Ringseite. Die Erlaubnis ergibt sich aus einem Linksabbiegepfeil aus der Nebenfahrbahn in Richtung Ring bzw. 3. Bezirk hinaus – “ausgenommen [Fahrrad]“, womit mit dem Fahrrad geradeaus weiter in der Nebenfahrbahn gefahren werden darf. …
14. Mai, 2009 um 12:44
Die Verkehrsorganisation am Ring gehört grundsätzlich geändert, die RadfahrerInnen gehören auf die Hauptfahrbahn, wo wieder im normalen Gegenverkehr/Begegnungsverkehr mit T30 gefahren werden sollte.
Auch eine Nebenfahrbahnlösung für Radler ist ein sehr schlechter Kompromiss, wenngleich natürlich besser als die Gehsteiglösung.
Gefordert werden sollte jedenfalls die Hauptfahrbahn.
14. Mai, 2009 um 12:48
Eigentlich bräuchte man am Ring zwei Radrouten, einen Radweg, baulich getrennt oder auf der Nebenfahrbahn und eine Route auf der Fahrbahn. Ich stelle mir dabei vor, dass die rechte Spur zu einer Art Umweltspur wird, auf der Busse, Rechtsabbieger langsmer und schnelle Radfahrer fahren und die langsamen Radfahrer, die lieber getrennt vom Verkehr unterwegs sind, auf dem baulich getrennten Weg fahren.
Es gibt verschiedene Arten von Radfahrern, warum also nicht verschiedene Arten von Radrouten parallel anbieten?
Bei der Velocity-Konferenz in München ist mir die Problematik besonders aufgefallen. Da gibts eine 6-spurige Straße mit Geh- und Radwegen beidseitig. Da zischen die “Kampfradler” slalommäßig auf dem engen Geh- und Radweg zwischen den Fußgängern durch und daneben ist die sechsspurige Fahrbahn für KFZ und wegen der Benützungspflicht dürfen keine Radler dort fahren.
8. Juni, 2009 um 09:45
Ich stimme Moe vollkommen zu! Zwar würde ich mir eine eigene Spur zwischen Autos und Fiakern wünschen, aber da die politischen Institutionen nicht in der Lage sind, dies durchzusetzen, wäre die Variante mit durchgehendem roten Belag schon ein guter Anfang.
An gefährlichen Stellen, könnten Touristen von Geländern abgehalten werden auf die Fahrbahn zu treten.
Der Ring so wie er jetzt ist, ist teilweise so gefährlich, dass es verantwortungsvoller ist, mit Vollgas durch die Innenstadt zu fahren…
27. August, 2009 um 13:59
Fahrradstraßen sind die beste Lösung für den alternativen Individualverkehr (nicht nur für Fahrräder). In Deutschland sind sie Teil der StVO (siehe bei Wikipedia).
Leider werden wir in Wien so lange darauf warten müssen, bis sie in allen deutschen Städten etabliert sind. Denn vorher traut sich die Stadtverwaltung nicht. Übrigens kenne ich keine Rad-Lobby, die Fahrradstraßen fordert. Immer nur ist vom (lebensgefährlichen) “Mitschwimmen” im Straßenverkehr die Rede. Eigentlich wäre ja das Fahrrad DAS städtische Verkehrsmittel par excellence. Wirklich schade, dass es keine vernünftige Infrastruktur dafür gibt.
23. September, 2009 um 13:23
Also meiner Meinung nach ist es eindeutig zu gefährlich, die Nebenfahrbahn zu benutzen, denn die verparkten Flächen sollten dem Fußverkehr rückgegeben werden. Nebenfahrbahnen haben Nachrang gegenüber der Hauptfahrbahn. Und das an jeder Kreuzung.
Als erstes wäre die Abschaffung der Radwegsbenützungspflicht notwendig.und vielmehr als die Nebenfahrbahnwäre eine Öffnung der innersten Fahrspur mit Sperrlinie sinnvoll, da hier gleichzeitig die Rad-Gehwege frei werden, der Autoverkehr eingedämmt und Platz für Radfahrer geschaffen wird.
28. Juni, 2010 um 22:11
es wäre schön, wenn man im unfallsfalle die politiker, die diesen touristen- und fahrradlslalom verbrochen haben verklagen, und damit zur haftung ziehen könnte!
es ist kein verbrechen, keinen hausverstand zu haben und deshalb diesen radweg so verbockt zu haben aber es ist ein verbrechen, ihn so zu lassen oder nicht wenigstens verändern zu wollen!
ein weiteres zeichen dafür, dass frau von “roten und schwarzen” nichts vernünftiges erwarten darf!