Brandneue Studie Fahrrad & Verkehrssicherheit

Die Internationale Versicherungsgesellschaft Basler hat bei der renommierten ETH Zürich eine Studie “Gefahren und Risikofaktoren beim Fahrradfahren in Österreich” beauftragt und nun präsentiert. Die Ergebnisse zur Diskrepanz zwischen landläufiger Meinunug zu Risikofaktoren beim Alltagsradeln und den tatsächlichen Umständen sind hochinteressant! Sie treffen mitten in die Diskussionen rund um Hot Topics wie Helmpflicht und Helmwirkung,  Radwegbenützungspflicht oder Kindersicherheitsmaßnahmen.

Die betreffende Studie wurde in Deutschlnd, Österreich und der Schweiz durchgeführt und jeweils für die einzelnen Länder ausgewertet, jedoch ebenso relevante Ergebnisse und Expertenaussagen aus allen drei Staaten eingebunden. Die komplette Studie findet sich bei uns als Download (PDF), eine Zusammenfassung online hier bei Basler.

Einige Highlight seien hier herausgestellt. Beim Reizthema Radhelm und Wirksamkeit unterstreicht die Studie einerseits das individuelle Vertrauen in den Helm als Unfallschutz – und andereseits die geringe Zahl an Unfällen, wo er tatsächlich schützt!

“Alle Experten weisen darauf hin, dass der Helm im Falle eines Unfalls vor Kopfverletzungen schützen kann, Unfälle aber durch das Tragen des Helms nicht verhindert werden (…) Dennoch schätzen Laien das Helmtragen als wirkungsvoll ein, der Gesamtschutz ist allein durch den Helm aber relativ. Der Anteil der Radunfälle an der Gesamtzahl von Kopfverletzungen ist einer deutschen Studie zu Folge mit einem Prozent sehr klein (…) Den höchsten Anteil an Kopfverletzungen haben Autounfälle (48 Prozent) (…) Bei Kollisionen treten die Verletzungen für den Radfahrer aber gerade auch im Bereich der Beine und Hüfte auf, ein Helm schützt in diesen Fällen also nicht. (…) Aus den oben genannten Gründen lehnen die Experten die allgemeine Helmpflicht für Fahrrad-Fahrer ab. Eine Helmpflicht wäre sogar kontra-produktiv (…)”

Zum Thema Sicherheit auf dem Radweg: “Eine weitere Erkenntnis der Studie ist ausserdem, dass der Radweg innerorts den Kindern wie auch den Erwachsenen eine trügerische Sicherheit bietet. Vor allem vor der latenten Gefahr im Kreuzungs- und Einmündungsbereich von Autofahrern übersehen zu werden sollte im Bewusstsein verankert werden.”

Oftmals wird gerade beim Thema Kindersicherheit eine Helmpflicht bis zum 14. Lebenjahr als Allheilmittel präsentiert, auch dieser Sichtweise wiederspricht die Studie – und damit auch Gestzen wie der Radhelmpflicht für MTB-Kids in NÖ oder der Forderung des KfV nach einer solchen allgemeinen Pflicht: “Bei Kindern unter 15 Jahren legen die Befragten besonderen Wert auf (…) die Verwendung des Helms. Unfallstatistiken und Experten weisen jedoch darauf hin, dass das Verhalten der Kinder im Verkehr das grösste Risiko darstellt. Vor dem Hintergrund der allgemeinen Unsicherheit kleinerer Kinder und der Neigung zur Selbstüberschätzung im Strassenverkehr sollten die Eltern gemäss den Experten verstärkt auf eine angemessene Verkehrserziehung achten. Dabei ist es besonders sinnvoll die Kinder in Begleitung von Erwachsenen an die Gefahren und Risiken des Strassenverkehrs heranzuführen.”

Übrigens unterstützt Basler im Rahmen ihres Sicherheitsschwerpunkts 2010 “Radfahren” unser Radverkehrs-Kursangebot FahrSicherRad, das auch Eltern&Kind-Radkurse beinhaltet.

Alec, 16. April, 2010, Kategorie: Allgemein.

Ein Kommentar zu “Brandneue Studie Fahrrad & Verkehrssicherheit”

  1. tfdvideo schreibt:
    17. Juni, 2010 um 09:02

    Auf den, der STVO unterliegenden Radwegen sollen die Absperr Poller und sonstige Hindernisse, wie Felsen, rigoros entfernt werden. Sie stellen eine tödliche Gefahr für alle den Radweg benutzenden Verkehrsteilnehmer dar.

    Um KFZ Fahrer daran zu hindern auf einen Radweg aufzufahren, gibt es genügend STVO Hinweisschilder.

    tfdvideo

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