Tragödien: 4 RadfahrerInnen aus Salzburg durch Autos getötet
Vier Salzburger RadfahrerInnen wurden diesen Sonntag durch Salzburger AutofahrerInnen getötet: Drei Todesopfer forderte ein KFZ-Fahrfehler bei Bruck an der Glocknerstraße im Pinzgau, als eine junge Pkw-Lenkerin die Rad-Gruppe (ORF) rammte; ein Salzburger Rennradler starb in Bayern durch ein Salzburger Auto (ORF). Blutig wurde damit die Gefahr der Verkehrsmaschine Auto für unmotorisierte VerkehrsteilnehmerInnen aufgezeigt. Auch wenn individuelle Fahrfehler vorliegen wird dennoch eindrücklich klar: Das Gesamtsystem Verkehr bedarf gerade in Österreich zielgerichteter starker Sicherheitsmaßnahmen, die bei den Gefahrenquellen des Motorverkehrs ansetzen müssen!
Geschwindigkeit und Rücksichtslosigkeit, Alkoholeinfluss und Selbstüberschätzung: Nicht nur beim Kärntner Phaeton kommt diese Mischung zur Explosion, eine dieser Ursachen reicht schon um zahlreiche Menschen in den Tod zu reißen, wenn sie hinter dem Steuer eines KFZ auftaucht. Bei den vorliegenden Unfällen sind die Ursachen noch nicht genau bekannt, eines jedoch ist schon jetzt klar: Autos haben Menschen getötet. Gerade in Österreich mischt sich eine relativ hohe Anzahl an Verkehrsopfern mit laxem Exekutionsdruck von Geschwindigkeits- und anderen Gestzesüberschreitungen (wie dieser Kurier-Artikel rechts aktuell belegt) und einer gesellschaftspolitischen Verklärung der motorisierten individuellen Mobilität. In diesem Gebräu schwimmt dann auch der Mythos der “Melkkuh der Nation” und der “Radrowdies”, beides im Gegenteil wahr: Die Kostenwahrheit des PKW liegt bei 40%, den Rest zahlt jedeR SteuerzahlerIn; Ein paar Gehsteigradler haben noch niemanden ernsthaft verletzt; Dazu passt dann bestens eine ineffektive Boulevardmaßnahme wie Kinderhelmpflicht statt tatsächlicher Schritte zur Sicherheit durch Eindämmung des Motorverkehrs, die seitens Ministerin Bures auf sich warten lassen. Zeit für konsequentes Umdenken!
Hier die beiden traurigen Unfallberichte:
Autofahrerin rammte Radler (ORF)
Die Frau am Steuer des Pkw sei nicht alkoholisiert gewesen, heißt es bei den Einsatzkräften. Die 21-jähriger Bruckerin war in der Nähe des Schlosses Fischhorn vor der Kreuzung der Brucker Landesstraße mit der Thumersbacher Landesstraße ins Schleudern geraten. Dabei verlor sie die Kontrolle über ihr Auto, geriet auf die andere Fahrbahnseite und erfasste die drei Radfahrer, die entgegenkamen. Bei den Opfern handelt es sich um eine 73 Jahre alte Frau aus Zell am See (Pinzgau) und ihren 70 Jahre alten Ehemann sowie um eine 73-jährige Bekannte des Ehepaares, ebenfalls aus Zell.
Drei Radfahrer bei Unfall in Bruck getötet. – Zwei Opfer über Leitschiene geschleudert – Den Einsatzkräften bot sich an der Unfallstelle ein Bild des Schreckens.
Zwei der Unfallopfer waren durch die Wucht des Aufpralls über die Leitschiene geschleudert worden und blieben im Wasser eines angrenzenden Baches liegen, teilte der ÖAMTC mit. Die Radfahrer hatten laut Einsatzkräften keine Chance, dem Zusammenstoß auszuweichen. Mit Citybikes auf Ausflug: “Die Straße ist im Bereich der Unfallstelle gerade und übersichtlich”, sagte Feuerwehrkommandant Franz Eder. Radweg gibt es in diesem Bereich keinen.
Salzburger Radfahrer in Bayern getötet (ORF)
Bei Teisendorf im benachbarten Bayern ist Sonntag ein 62-jähriger Radfahrer aus Salzburg bei einem Verkehrsunfall getötet worden. Eine 29-jährige Salzburgerin rammte mit ihrem Pkw den Sportler. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Bei Teisendorf im benachbarten Bayern ist Sonntag ein 62-jähriger Radfahrer aus Salzburg bei einem Unfall getötet worden. Eine 29-jährige Salzburgerin rammte den Sportler mit ihrem Pkw. Für ihn kam jede Hilfe zu spät: Wiederbelebungsversuche vergeblich. Der 62-Jährige war mit seinem Rennrad auf der Gemeindestraße im Teisendorfer Ortsteil Eichham in Richtung Weildorf unterwegs, als er beim Überqueren einer Kreuzung den Pkw der Frau übersehen haben dürfte. Diese hatte laut Polizei Vorrang.
Der Radfahrer wurde vom Auto frontal erfasst und lebensgefährlich verletzt. Das Rote Kreuz war mit den Besatzungen von zwei Rettungswagen und des Traunsteiner Rettungshubschraubers an der Unfallstelle. Die intensiven Wiederbelebungsversuche blieben vergeblich, der Salzburger verstarb noch an der Unfallstelle. Die 29-jährige Salzburgerin erlitt bei dem Unfall leichte Verletzungen. Sie wurde ins Krankenhaus Freilassing gebracht. Ein Sachverständiger untersucht nun die genaue Unfallursache. An dem Auto der Frau entstand Totalschaden.
PS IGF: Das macht 7 tote RadfahrerInnen diese Woche in Österreich (lt. Ö1).
Bilder: APA/EXPA-Jürgen Feichter










12. April, 2011 um 22:35
Österreich ist ein Raserparadies. Österreich ist ein Paradies für besoffene Autofahrer. Österreich ist ein Paradies für Angeber und rücksichtslose Autofahrer.
Das Problem? Das Problem liegt darin, dass ein sehr großer Anteil der Bevölkerung dieses Problem gar nicht erkennt.
15. April, 2011 um 23:43
Wann kommt endlich der “war against abuse of cars”? Weltweit jährlich 1 (in Worten: eine) Million Verkehrstote sollte Anlass genug sein!
16. April, 2011 um 12:15
Mit “war against abuse of cars” können Radfahrer wohl eher weniger gewinnen. Sie sind doch insbesondere auf ein friedliches Miteinander auf den Straßen angewiesen. Auch eignen sich die Berichte über die tragischen Unglücksfälle nur bedingt für Radpropaganda. Sie geben keinen Hinweis auf ein besonders rücksichtsloses oder vorsätzlich verkehrswidriges Verhalten der Autofahrerinnen her und weisen lediglich auf die allgemeine (und bekannte) Gefährlichkeit des Automobils hin. Auch spielt das Fahrrad hier offenbar keine besondere Rolle. Es hätte genausogut Fußgänger oder Motorradfahrer treffen können. Solche Unfälle wird es leider wohl immer wieder geben, solange Autos unterwegs sind. Wer dies nicht möchte muss Autos komplett verbieten mit allen Konsequenzen. Dafür dürfte es bis auf weiteres aber wohl keine politische Mehrheit geben.
8. Mai, 2011 um 20:20
Es ist schon richtig, dass Radfahrer & Fahrzeuge jeglicher Art aufeinander aufpassen müssen. Leider nicht immer der Fall, wie ich selber als Radler teilweise erleben muss. Aber wie in dem Fall in Teisendorf konnte die Junge Frau nichts, aber auch nichts dafür. Der Radler ist ihr in die Seite (nicht frontal) ins Auto gefahren!