Unterwegs mit der Green Bikes Tour

IMG_1270Nachdem die  Green Bikes for Peace Tour ihr Programm in Wien absolviert hat und dabei durchaus einige schöne Spuren hinterlassen hat, zum Beispiel mit der Mobilitätsrallye bei der Klimatour letzten Montag in Wien, rollte sie weiter über Bratislava bis Győr, wo die 20-köpfige sympathische Gruppe gestern eintraf. Hier, in der fünftgrößten Stadt Ungarns am Zusammenfluss von Mosoni-Donau und Raab habe ich die GreenbikerInnen eingeholt. In den Donauauen feierten wir mit Hilfe der Bicycle Power Plant, des mitgeführten Soundsystems, viel Fröccs und eines genialen lokalen DJs das Wiedersehen.

Für Samstag hatten Adam amd Szilvi einen Workshop mit Akteurinnen der Stadt Győr und der Tourismusbranche organisiert. Nach einer Präsentation der Eindrücke aus drei Wochen Green Bikes Tour  von Koper über Ljubljana, Linz, Wien diskutierten wir, was davon in Győr umgesetzt werden könnte, um das Radfahren in Alltag und Tourismus zu stärken. Für mich war überraschend, dass Radfahren hier viel Tradition hat und bis in die Achtziger zehntausende ArbeiterInnen z.B. der Raba-Werke für holländische Verhältnisse gesorgt haben müssen. Mit dem Systemwechsel stieg die Motorisierung stark an und das Privatauto wurde zum neue Mobilitätsideal und zum vermeintlichen Begriff von Freiheit und Erfolg, wie Adam von Magyar Kerékpárosklub, der ungarischen Radlervereinigung meinte. Dass ein Automobilwerk  zun neuen Leitbetrieb der Stadt wurde, machte Györ auch nicht gerade fahrradfreundlicher. Trotzdem hält die Stadt immer noch bei einem Radanteil von ca. 10% (Wien: 5%). Und das obwohl sich bei der Rundfahrt am Nachmittag zeigte, dass hier mehr denn je auf  Trennung von RadfahrerInnen und motorisiertem Verkehr gesetzt wird. So winden sich oft handtuchbreite aufgemalte Radwege über Gehsteige oder um Kreisverkehre aller Größen. Leider sind diese Zeiten ja auch in Wien noch nicht vorbei, wie die aktuellen Pläne für das Wr. Ringrund zeigen.

Was den Radtourismus betrifft, werden wir morgen selbst sehen wie es um die Eurovelo 6 in dieser Gegend bestellt ist,  zu der auch der bekannte Donauradweg in Österreich gehört. Auf dem Weg nach Budapest sollen größere Lücken klaffen, wo einem nur teilweise stark befahrene Straßen bleiben. Eine ähnlich attraktive Radroute wie an der österreichischen Donau könnte die sehenswerte Stadt Györ und die Region auch ein Stück weit auf die Zeit vorbereiten, wenn es hier kein Autowerk mehr gibt. Wer weiß heute, wie schnell das geht. Plötzlich fahren wieder alle mit dem Rad, und…

Gleichzeitig wäre es auch eine zusätzliche Verbindung zwischen Wien, Bratislava und Györ – Regionen die sich viel näher sind, als uns scheint, wie ich finde. Gerade mit dem Rad läßt sich das gut erfahren. Beim unterwegs-sein mit dem Rad gibt es so viele Gelegenheiten einander direkt zu begegnen, Gedanken auszutauschen und das ist sicher auch ein Grund warum sich bei dieser Tour unter den Mitfahrenden eine so gute Stimmung entwickelt hat und viele Ideen entstanden sind.

Unsere Begegnungen mit den sympathischen und aktiven ungarischen Radlobby-KollegeInnen durch die Green Bikes-Tour haben sich jedenfalls als wirklich bereichernd erwiesen. Hoffentlich können wir in Zukunft auch das eine oder andere für das Radeln zwischen Wien und Budapest bewegen.

Györ: Auwald und Autowerk

Fidelius, 16. Juli, 2009, Kategorie: Allgemein, Blog.

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