Velo-City Conference Brüssel Live. Fahrradhäuser und Warnwesten.

logo-vc09Die IGF macht sich gerade schlau, bei der Velo-City Conference in Brüssel, der weltweit größten Fachtagung für Fahrradpolitik, -planung und -förderung. Zwei Tage hat die 3köpfige Delegation der IGF schon hinter sich, die Eindrücke sind vielfältig, die Themen spannend und die Inspiration gewaltig. Es dominieren 2 Gefühle: Das wollen wir auch machen! Und: Warum gibt’s das bei uns noch nicht?? Radentwicklungsland Österreich.

Erster Eindruck: Brüssel hat Wien wenig voraus. Kaum Radfahrer (2% Modal Split), wenig Radinfrastruktur, viele Warnwestenträger und massig Pflasterstein. Aber: Unzählige Bike Boxes a.k.a vorgezogene Halteflächen. Bald ein Public Bike System. Viele geöffnete Einbahnen. Alles jedoch Peanuts im Vergleich zu den vorgetragenen Best Practice Beispielen. Portland schwärmt von seinen Bike Boulevards, die Kleinstadt Houten von ihrer autoverkehrverhindernden Stadtplanung, Groningen baut ein Bike-Parkhaus für Tausende Räder und Odense ist mit 35% Radanteil eher unzufrieden. Wir hören von den Maisons de Cyclistes in ganz Belgien, dem Radverkehrskommitée in München und dem erlaubten Rechtsabbiegen in Bordeaux. Bei Rot! Durchgesetzt von Alain Juppé, Ex-M.-le-President und nun Bürgermeister.

Dazwischen radeln wir mit 700 anderen bei Schnürlregen durch Brüssel, eine internationale CM in Warnwesten und ohne Soundmobile, aber beeindruckend. Wir besuchen das fahrradstrotzende Gent bei Sonnenschein und fietsen mit Max Mobiel von Fietspunt zu Bikepoint. Alles spricht übers Fahrrad als bestem aller Verkehrsmittel. Begeisterung steckt an.

Wir raten Hr. Häupl dringend, die Charta von Brüssel zu unterzeichnen, wie es M. Juppé schon tat. Vive le Velo!

Übrigens: Odense, Cycling City of Denmark, hat in 3 Jahren 2,5 Mio € in  Radverkehr investiert. Im selben Zeitraum sparte die Stadt dadurch 4,5 Mio € an Gesundheitsausgaben! Morgen mehr von der Velo-City…

Alec, 14. Mai, 2009, Kategorie: Allgemein, Blog.

4 Kommentare zu “Velo-City Conference Brüssel Live. Fahrradhäuser und Warnwesten.”

  1. Andrzej schreibt:
    14. Mai, 2009 um 16:12

    Danke für den Zwischenbericht, bin neugierig auf eure Eindrücke und Ideen. Schlage einen Bericht beim nächsten Radlobby-Treffen vor.

  2. anna schreibt:
    16. Mai, 2009 um 07:53

    klingt ja voll interessant. hoffe, ihr holt euch viel inspiration!
    so eine bike-box hab ich übrigens auch schon in wien gesehen – in einer nebenstraße der mariahilferstraße. fragt sich halt, ob radfahrer/autofahrer auch wissen, was das sein soll..

  3. Nico schreibt:
    18. Mai, 2009 um 20:09

    Bonjour!

    Über das erlaubte Rechtsabbigen in Bordeaux, es ist nur eine “experimentation” (ein Versuch) und ist es nur möglich für 10 Kreuzung insgesammt. Es heißt nicht, dass es durchgesetzt wird. Nach 1 Jahr wird eine Evaluation durchgeführt und nur danach könnte die Entscheidung, bzw. die Umsetzung, getroffen werden.

    Naja, es ist trotzdem eine gute Richtung und es wird sich offentlich weiterentwicklen. Dies regel wurde schon in Quebec (Ca), oder in Münster (De)implementiert! Wäre auch gut hier in Wien!

    Und für info, Mr. Juppé war nie Mr le Président, aber “nur” Premier Ministre (Chirac war Président!).

    Auf jedenfall, bin ich interressiert über alles zu reden, vielleicht an der nächsten IGF für alle.

    Cordialement,

    Nicolas

  4. oswald kuppelwieser schreibt:
    27. Mai, 2009 um 11:34

    Wie bringen wir Schicker, Häupl und den anderen Autofans bei, wie wichtig Radverkehr ist? wie erobern wir uns die Straße und 1 Fahrspur am Ring?
    Die nächste Velo City Konferenz muss in Wien stattfinden!! damit zumindest die Wiener Medien etwas davon berichten. Aus Brüssel haben sie bisher nichts berichtet.

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