Warnung vor der Kinder-Radhelmpflicht!

Ministerin Bures will laut ihrer Aussage in der Pressestunde eine Radhelmpflicht für Kinder unter zehn Jahren einführen. Damit beschreitet sie nicht nur den gefährlich wirkungslosen Weg der simplen populistischen Heilsversprechen, sondern widerspricht auch den ExpertInnenempfehlungen des von ihr eigens eingerichteten Unterausschusses für Radverkehr im BMVIT. Nur eine einzige Stimme konnte sich dort unter über 20 VertreterInnen von Organisationen wie IGF über ARGUS und VCÖ bis hin zu ÖAMTC und KfV für diese Kinderhelmpflicht hören lassen – und nun findet sie dennoch in das so genannte “Sicherheitspaket“!

In der ORF-„Pressestunde“ argumentierte Bures, die Zahl der Kopfverletzungen bei in Radunfälle verwickelten Kindern könnte damit um 900 pro Jahr reduziert werden. Dabei wurden im Vorjahr laut Unfallstatistik der Statistik Austria in Österreich doch “nur” rund 125 Kinder beim Radfahren im Straßenverkehr verletzt. Woher also diese Zahl? Europaweit herrscht unter RadverkehrsexpertInnen Konsens, dass keine gesicherten Zahlen aus Untersuchungen existieren, die Radhelmnutzen und seine Auswirkungen auf mögliche Minderung von Unfallfolgen belegen würden. Hingegen ist belegt, dass jede Förderung von Radverkehr, die dessen Anteil erhöht, zu Verkehrssicherheit und verbesserter Gesundheit beiträgt. Und dass von den 800.000 Kindern in Österreich unter 10 Jahren 160.000 übergewichtig sind und unter Bewegungsmangel leiden. Welche Auswirkung würde also ein Gesetz haben, das eine zusätzliche Hürde für spielerische Sport einführt – wie eben diese Radhelmpflicht? Wohl eine im Gesundheitsbereich deutlich erkennbare, mit großen Folgeschäden.

Wer ebenso Bedenken gegen diese gesetzliche Helmpflicht hat, unterzeichne diese Petition des VCÖ!

Wie auch hier im Positionspapier zur Helmpflicht von RADLOBBY.AT belegt, führen Radhelmpflichten zu negativen Entwicklungen der Radfahrendenzahlen und dadurch zu weniger Bewegung (> mehr Gesundheitsaugaben), weniger Radfahrenden (>höhere Gefährdung der wenigen im Verkehr) und mehr Autofahrten (> mehr Schadstoffausstoß). Daher treten alle ExpertInnen in Österreich und auch weltweit gegen Radhelmpflichten auf. Darüber hinaus sind nicht nur ihre Folgen gesamtgesellschaftlich negativ, sondern ihre Wirkungen gleich null, wie auch Leif Jönsson, Radverkehrskoordinator in der schwedischen Stadt Malmö, heuer bestätigte, vier Jahre nachdem in Schweden eine Radhelmpflicht für Kinder bis 15 Jahre eingeführt wurde:

Das Gesetz von heute, dass alle bis 15 Jahre Fahrradhelme benützen müssen, ist im Großen und Ganzen wirkungslos. Weil man bis zum Alter von 18 Jahren nicht strafmündig ist, kann niemand verurteilt werden, wenn die Eltern nicht anwesend sind. Wir können auch keine Veränderung in der Unfallstatistik sehen, dass Kinder unter 15 von Kopfverletzungen weniger betroffen sind.

Positive, sicherheitsbezogene Kampagnen pro Helm sind zu unterstützen, aber Helmpflichten sind kontraproduktiv. Nein zu Radhelmpflichten jeder Art! Frau Minister, überdenken Sie diese Maßnahme, und hören Sie besser auf ihre Expertengremien.

Auf die genaue Ausgestaltung der StVO-Änderungen, die Mittwochs offengelegt werden sollen, sind wir daher auch gespannt. Werden diese ebenso diametral den Empfehlungen des ExpertInnen-Auschusses widersprechen? Basis der Kinderhelm-Entscheidung scheint übrigens diese “Kurzstudie” des KfV zu sein, die keinerlei kritischer Überprüfung standhält und nur so vor unwissenschaftlichen Annahmen ohne relevanter Datenbasis strotzt.

So sieht das auch Gabriele Moser, Verkehrssprecherin der Bundes-Grünen, in ihrer Presseaussendung: “Eine Helmpflicht ist kontraproduktiv, lenkt von den wahren Verkehrssicherheitsproblem für Kinder und Radfahrende ab … ist fachlich völlig unhaltbar und setzt am verkehrten Ende an … Radhelmpflicht ist erwiesenermaßen eine Scheinaktivität: Wo immer in der Vergangenheit eine Radhelmpflicht eingeführt wurde, konnte in keinem Fall eine positive Sicherheitswirkung nachgewiesen werden.

Aus diesen Gründen unterstützt die IGF auch die Sichtweise des VCÖ, der folgende 14 Gründe gegen Radhelmpflicht auflistet:

1. Weltweit konnte in keinem einzigen Staat mit Radhelmpflicht für Kinder eine positive Sicherheitswirkung gemessen oder nachgewiesen werden. Im Gegensatz zu den Prognosen davor.

2. In Australien, Kanada und anderen Ländern sind Kinder nach Einführung der Helmpflicht weniger Kinder Rad gefahren. Bewegungsmangel ist bei Kindern schon heute ein großes Problem.

3. Die EU-Kommission hat die Wirksamkeit von Radhelmen untersucht und ist zu keinem positiven Ergebnis gekommen, deshalb gibt es im EU-Verkehrssicherheitsprogramm 2011 bis 2020 dazu auch keine Empfehlung.

4. Schon heute tragen in Österreich 87 Prozent unserer Kleinsten einen Radhelm, Tendenz steigend. Eine Helmpflicht bringt keine wesentliche Steigerung.

5. Die Wirkung von Radhelmen hängt erstens von der Qualität des Helms und zweitens vom richtigen Aufsetzen ab. Vor allem zweiteres ist schwer bis gar nicht kontrollierbar.

6. Radhelme können zu einem riskanteren Fahren verleiten. Die Folge sind mehr Stürze und mehr Verletzungen, vor allem auch dann, wenn der Helm nicht richtig befestigt ist.

7. Die Helmpflicht verhindert keinen einzigen Sturz und keinen Unfall. Radfahrtrainings für Kinder hingegen schon. Die Radfahrtrainings können über Kindergärten und Volksschulen angeboten werden.

8. Studien haben ergeben, dass helmtragende Radfahrer von Autos mit geringerem Abstand überholt werden als Radfahrende ohne Helm. Das Unfallrisiko beim Radfahren nimmt dadurch zu.

9. Radfahren ist für Kinder Spielen, Bewegen und Alltag. Angesichts der zunehmenden Fettleibigkeit muss das ohne jede Barriere möglich sein.

10. Bewegung ist gerade für Kinder wichtig. Deshalb ist es grundsätzlich wichtig, dass nichtmotorisierte Fortbewegung im Alltag ohne Schutzausrüstung erlaubt sein muss.

11. Wenn die Polizei die Helmpflicht überwacht, so fehlt dieser Einsatz bei der Überwachung jener Delikte, die die Verkehrssicherheit von Kindern tatsächlich gefährden.

12. Durch die Radhelmpflicht können Eltern im Fall des Falles große rechtliche Probleme erhalten. Versicherungen werden bei Verletzungen infolge von Stürzen beim Radfahren versuchen, sich schadlos halten zu können. Bei Unfällen im Straßenverkehr hat dann ein Kind ohne Helm automatisch Teilschuld, auch wenn der Unfall von einem Lkw oder Pkw verursacht wurde.

13. Im Vorjahr wurden laut Unfallstatistik der Statistik Austria in Österreich rund 125 Kinder beim Radfahren im Straßenverkehr verletzt. Rund 90 Prozent der Verletzungen passieren beim spielerischen Radfahren abseits der Straßen, etwa in Parks, auf Spielplätzen, bei Wohnhausanlagen im Hof oder im eigenen Garten.

14. Kinder tragen grundsätzlich gerne Helme, wie auch die hohe Radhelmquote in Österreich zeigt. Eine Helmpflicht für unter 10-Jährige kann jedoch dazu führen, dass die Helmtragequote der älteren Kinder sinkt, weil sie „keine kleinen Kinder mehr sind“.

Alec, 21. Februar, 2011, Kategorie: Allgemein.

14 Kommentare zu “Warnung vor der Kinder-Radhelmpflicht!”

  1. trixy schreibt:
    21. Februar, 2011 um 08:40

    Ich frage mich woher die Zahl von 900 Kopfverletzungen stammt!?!? Laut Unfallstatistik wurden im Jahr 2009 insgesamt 949 Radfahrer unter 19 Jahren verletzt und 2 getötet bei den unter 10jährigen waren es 138 Verletzte und 1 Getöteter. Wie kann man dann bitte bei den bis 10jährigen 900 Kopfverletzungen vermeiden???

  2. Alec schreibt:
    21. Februar, 2011 um 13:02

    “Im Vorjahr wurden laut Unfallstatistik der Statistik Austria in Österreich rund 125 Kinder beim Radfahren im Straßenverkehr verletzt”. Trixy, angesichts dieser zahl ist die “900” von bures hanebüchen und unhaltbar, immerhin gehts hier um stvo.

  3. Kinderburkapflicht... schreibt:
    21. Februar, 2011 um 13:56

    Zu defensiv, liebe IGler. Unter anderem kann Punkt 14 gestrichen werden, denn er setzt auf der falsche Prämisse auf, Fahrradhelme würden vor schweren Verletzungen schützen.

    Kinder tragen nicht grundsätzlich gerne Helme, außer sie spielen Ritter oder Rennfahrer. Ihr kindlicher Glaube, auch mit Styroporhelmen im Straßenverkehr geschützt zu sein, wird leider von der Versicherungs- und der Fahrradaccessoire-Industrie hemmungslos ausgebeutet, und von fehlinformierten Eltern bestärkt. Hingegen glauben sich Eltern nach dem Kinderverdeckeln gern von wirksamen Sicherheitsmaßnahmen befreit, wie Lehren und Vorleben von Abstandsgeboten, Kontrolle der Fahrzeugverschleißteile, Lehren und Vermeiden von Abbiegergefahren, usw.

  4. Peda(l) schreibt:
    21. Februar, 2011 um 18:25

    Papier in Gesetzesform ist geduldig. Interessanter ist die Praxis.
    Nehmen wir einmal an, es kommt aufgrund des neuen Gesetzes einer partiellen Helmtragepflicht zu einer Schwerpunktaktion der Polizei. Nicht realistisch, aber nur mal angenommen. Ein Kind samt anscheinend Jugendlichem nähert sich einem taktisch kreativ angelegten Anhaltepunkt der Exekutive (kann sich nur um ein V-Tal ohne jegliche Ausweichmöglichkeit handeln).
    Nehmen wir weiters an die Exekutive nutzt ihre Befugnisse und hält dieses Duo zwecks Lenker- und Fahrzeugkontrolle an.
    Nehmen wir weiters an die Überprüfung der beiden Fahrräder gibt keinen Anlaß zur Beanstandung, aber der offensichtlich sehr junge Fahrer eines 20“ MTB´s trägt rotzfrech keinen Fahrradhelm.
    Nun muß behördlicherseits das Alter des möglichen Gesetzesübertreters festgestellt werden. Allerdings hat dieser kein offizielles Ausweisdokument und auch keine Verpflichtung eines solches mitzuführen. Noch dazu an einem heißen Tag, nur mit einer kurzen Hose und einem T-Shirt bekleidet. Bei der Befragung gibt das Kind brav Namen und Alter an. Allerdings kann das auch nicht stimmen. Beweis gibt es keinen.
    Das Kind (wenn es denn eines ist) könnte natürlich jetzt vom mitfahrenden Begleiter entlastet werden. Doch hier müsste auch einmal die Identität zweifelsfrei feststellbar sein. Da auch dieser Radfahrer nur sehr spärlich bekleidet ist und ihn ebenfalls keine Ausweispflicht trifft, kann von der Behörde nun nicht einmal festgestellt werden ob der Begleiter, zumal jugendlich, überhaupt dem Gesetz nach als Begleiter fungieren darf.
    Es bleibt, als einzige Maßnahme die Verbringung auf die nächstgelegene Wache und die Personendatenfeststellung durch die Behörde.

    In der Realität wird diese Amtshandlung aller Voraussicht wohl unterbleiben. Denn einerseits hat die Polizei gar keine Ressourcen frei um Radfahrer zu verfolgen, zweitens gar keine Motivation (siehe vorher) und drittens würde ein derartiger Fall schlagweg bei der nächsten Journaille landen und der Aufreger des Tages in einer Bilderzeitung werden.

    Fazit: Wenn jemand so schlau ist sein Kind mit einem Helm zu schützen (wer Hirn hat muss es schützen) dann braucht er dazu keinen gesetzlichen Zwang.

    Peda(l)

  5. martinko schreibt:
    21. Februar, 2011 um 19:40

    ..es ist doch klar, dass es diese absurden Kontrollen nicht geben wird, ua da es um ganz was anderes geht:

    Versicherungen wollen sich im Fall schwerer Unfälle Autler gegen radfahrende Kinder cash ersparen, ganz einfach.

    Tote und verletzte radfahrende Kinder im Strassenverkehr sind nun mal teuer für die Haftpflicht-Versicherungen – wenn nun ein Kind ohne Helm automatisch Teilschuld erhält – schwupps ist die Zahlung auch schon halbiert.

    Die ganze Aktion ist also ua eine Subventionierung der Versicherungswirtschaft. Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    M.

  6. roland schreibt:
    22. Februar, 2011 um 12:47

    Die Helmpflicht ist einfach einzuführen, weil man eigentlich gar nichts anderes machen muss als einfach nur ein paar Zeilen Gesetzestext zu schreiben.

    Wie martinko und pedal schön darstellen werden sich die einen nicht darum kümmern wegen Personalmangel und die anderen werden haben gute Ausreden, nicht zu zahlen, wodurch sich die Gewinne “endlich wieder sehen lassen”.

    Meine Kinder und ich tragen seit langem Helme. ich erspare mir dadurch allerdings nicht, meinen Kindern zu zeigen, wie man in der Stadt sicher Rad fährt. Das wäre nämlich ziemlich fahrlässig. Der Helm schützt sie bei kleinere Missgeschicken (meist ohne Fremdverschulden oder gar andere Beteiligte) oder wenn bspw. einmal eine Autotür aufgeht … kann ja mal passieren 😉

    Maßnahmen, die das Radfahren fördern sind unumgänglich. Sie Kosten aber meist Geld (Obwohl auch Tempo 30 bereits zur Sicherheit beitragen würde und und sicher leistbar wäre). Wer sich mit Helm in seiner Verantwortung besser fühlt, der nutzt ihn sowieso.

  7. crimsonking schreibt:
    23. Februar, 2011 um 08:00

    Gerade wieder in Australien beobachtet: Trotz gutem Wetter und guter Radfahrinfrastruktur kaum Radfahrer – dank Helmpflicht. Im Radio wird intensiv über die Abschaffung derer diskutiert. Helmpflichten suggerieren, dass Radfahren gefährlich ist. Wo sie in Kraft sind, bleibt der eiserne Kern, die Rennradfahrer, über – die Alltags- und Gelegenheitsfahrer fehlen!

  8. Alec schreibt:
    23. Februar, 2011 um 23:56

    …und dann wird diese Helmpflicht tatsächlich vom ÖAMTC-Vizepräsidenten und Unfallchirurgen Hertz unterstützt, der hier wohlwollend als “Benzinbruder, der mit schwerem Gasfuß den Zweitonner lenkt” bezeichnet wird:

    http://www.aerzte-exklusiv.at/index.php?id=2294

  9. Wolfgang Rauh schreibt:
    27. Februar, 2011 um 22:01

    Ich bin entsetzt über den Vorstoß der Verkehrsministerin zu Gunsten einer Radhelmpflicht für Kinder. Was soll eine gesetzliche Pflicht bringen, wenn ohnehin schon fast 90%der Kinder einen Helm tragen?

  10. Meyer Josef schreibt:
    1. März, 2011 um 20:16

    Diese ganze Diskussion erinnert mich an die Einführung der Gurtenpflicht, da gabs auch immer wieder Besserwisser!
    Ich finde, dass die Helmpflicht für Kinder der erste Schritt in die richtige Richtung ist. Würde sofort die Helmpflicht für alle Radfahrer einführen. Bin immer wieder erstaunt, wie man so blöd sein kann, mit einem super tollen Rennrad/MTB mit über 30Km/h unterwegs zu sein, ohne einen Fahrradhelm auf dem Kopf.
    Jede verhinderte Kopfverletzung, egal wieviele es nun wirklich sind, erspart dem Betroffenen viel Schmerz und Leid und unserem Sozialsystem eine Menge an Geld.
    Also, Helmpflicht für alle Radfahrer, der der keinen verwendet und sich seine Birne verletzt soll sich die Spitalkosten selbst zahlen.

  11. roland r. schreibt:
    2. März, 2011 um 01:28

    Lieber Hr. Meyer, …
    ihre Ideen dazu sind ja schön und gut, aber warum sollen wir die Fehler der Vergangenheit nicht akzeptieren und weiterhin humbug verzapfen? … es gibt genügend Informationen zu diesem Thema. z.B. der Verkehrsklub Österreich:

    “Die internationalen Erfahrungen zeigen, dass eine Radhelmpflicht bei Kindern nicht zum erwünschten Ziel von mehr Verkehrssicherheit führt. In keinem einzigen Land, in dem eine Radhelmpflicht eingeführt wurde, konnten positive Wirkungen für die Verkehrssicherheit festgestellt werden. In Australien ist der Radverkehrsanteil bei Kindern nach Einführung der Helmpflicht um 44 Prozent zurückgegangen. Das Unfallrisiko für die verbleibenden radfahrenden Kinder ist gestiegen. Ergebnis war zudem ein verstärkter Bewegungsmangel der Kinder. In Ländern mit hohem Radverkehrsanteil wie Niederlande und Dänemark ist übrigens die Verkehrssicherheit beim Radfahren hoch, obwohl dort die Helmtragequote sehr niedrig ist.”
    auf: http://www.vcoe.at/start.asp?ID=8665

    gute Besserung

  12. Meyer Josef schreibt:
    2. März, 2011 um 09:41

    Hallo Roland!
    Also der VCÖ hat schon soviel Unsinn verzapft, das mich die Position in dieser Frage nicht wundert. Helmtragen ist cool, wenn: Die Vorbilder Helm tragen, die Helme cool aussehen, den Radfahrern veranschaulicht wird, was mit einem Menschenkopf passiert, der aus 1,5m Höhe auf dem Asphalt aufschlägt.
    Bin sicherlich kein Weichei, aber ohne Helm sezte ich mich nicht auf mein Rennrad, MTB, Downhillbike, Einrad, oder fahre auch nicht Schi!
    Vergleichbar ist wohl die Debatte um die Helmpflicht für Kinder beim Schifahren, kann man nicht machen, dann fahren immer weniger Schi u.s.w.!
    Und wegen dem Bewegungsmangel unserer Kinder – die Gehrer Lisl hat in 10Jahren Schulpolitik alles gestrichen was unseren Kindern ein Wenig körperliche Fitness abverlangt hat, tja danke Lisl.
    Hatschi!

  13. Radfahrer schreibt:
    25. März, 2012 um 13:24

    Nach 30 Jahren täglichem radfahren ist mir durch die Einführung der Radhelmpflicht für Kinder in Österreich klar geworden, dass es sich beim radfahren um eine für Kinder “gefährliche Tätigkeit” handelt (sonst gäbe es ja keine Radpflicht für Kinder). Mein Tochter, 10 Jahre alt, hat seit Einführung der Helmpflicht absolutes Radfahrverbot, denn ich darf als Elternteil nicht zulassen dass meine Tochter gefährliche Tätigkeiten ausübt.

    Natürlich ist meine Tochter vorher ausschließlich mit Radhelm Fahrrad gefahren, nur bestehen seit Einführung der Helmpflicht Unklarheiten bzgl.Teilschuld bei Personenschäden; auch könnte man wegen Vernachlässigung der Aufsichtspflicht belangt werden, falls das kind auf dem Spielplatz einmal ohne Helm fährt und dabei etwas passiert.

    Ich selbst habe nie einen Radhelm getragen und fahre nun auch nicht mehr Rad, weil es ja eine gefährliche Tätigkeit ist und man ohne Helm im Falle eines Personenschadens eine Teilschuld aufgebrummt bekommt. Ich werde nun auf motorisierten Individualverkehr umnsteigen, so wie die meisten anderen in Wien auch. Was solls, Wien ist eh keine so tolle Stadt zum Radfahren.

  14. FloM schreibt:
    11. April, 2012 um 18:57

    Hallo lieber Radfahrer,
    die Entscheidung ist angesichts der Rechtslage für mich nachvollziehbar und der Gesetzgeber kann sich zu seiner wenig zukunftsweisenden Entscheidung nur beglückwünschen: Wer Kinder radfahren läßt, gilt vor dem Gesetz offenbar als verantwortungslos. Obwohl im Straßenverkehr kaum noch radelnde Kinder zu sehen sind, muss immer weiter reglementiert werden und die Eltern werden mit immer neuen Paragraphen und “Sicherheitskampagnen” verunsichert. Wie soll da natürliche Bewegungsfreude entstehen, wenn auch die simpelsten Tätigkeiten mit immer neuen Auflagen und Moralinsäure vergällt werden? Trotzdem ein kleiner Widerspruch: Nicht alles, was Gesetz ist, ist auch immer empirisch unterfüttert. Und: Wien ist eine tolle Radlerstadt. Die Gassen sind eng, so dass wenig gerast werden kann. Die Weglängen sind gut mit dem Rad zu bewältigen. Die Hügel bieten Abwechslung sind aber selten steil und lang. Abseits der Hauptstraßen ist der Verkehr überschaubar. Abgesehen von einigen Marotten sind die Wiener Autofahrer eigentlich ganz diszipliniert und die architektonische Kulisse ist oft großartig. Zum vollen Glück fehlen meist nur noch mehr Abstellanlagen. Die Wiener Kaufleute haben Radfahrer offenbar noch nicht auf dem Schirm.

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