Wien darf Kopenhagen werden!
“I Bike Copenhagen!” sagt die dänische Hauptstadt stolz seit Jahren und betont damit ihre selbsreklamierte und verdiente Rolle der Capital of Bike. Das hat sich nun erstaunlicherweise bis ins mediale Wien durchgesprochen – so effizient kann Stadtmarketing sein! – und hier seinen Niederschlag gefunden, im ORF Online und im KURIER.
Kopenhagen fördert ja Radverkehr nicht nur seit Jahrzehneten konsequent und erstaunt somit alle BesucherInnen mit dieser schieren Menge an sich bewegenden und parkenden Rädern, es betreibt in Zeiten des Web2.0 einen wundervollen Blog, der die Rad-Stadt weltweit präsentiert!
Kopenhagen stellt also das Rad in den Mittelpunkt der Verkehrs- und Stadtplanung, hällt bei über 35% Radverkehrsanteil und möchte alsbaldigst die 50% erreichen. Und tut dafür alles nötige und noch viel mehr. Das brachte Gerald Heidegger auf ORF Online dazu, dem einen schönen Artikel zu widmen:
…das Rad ist für die Radfahrer vor allem ein Mittel zum Zweck, um in der Stadt rasch voranzukommen. Auf die Bedürfnisse der Radfahrer nimmt man in Kopenhagen wie in kaum einer anderen europäischen Stadt Rücksicht: Radwege sind 2,2 Meter breit und laufen auf beiden Seiten großer Straßen. Auf der Nörrebrogade im Stadtteil Nörrebro hat man die Ampelschaltungen auf die Bedürfnisse der Radfahrer abgestellt: Die “grüne Welle” hat man bei Tempo 20.
Erstaunlich, denkt man sich als gelernteR ÖsterreicherIn. Grüne Welle für RadlerInnen? ÖAMTC und ARBÖ würden ihre Messer wetzen. Gar nicht erstaunlich, dachte sich Doris Knecht im KURIER und blogte also ihre erfrischenden Gedanken dazu:
…es geht schon wieder los mit Radfahr-Verklärung, weil: a) hat es bis jetzt schmerzlich wenig genützt. b) liege ich im Trend, auch wenn immer noch viele Autofahrer hoffen, dass das Radfahren schon bald verboten wird. c) wegen Kopenhagen. Die Innenstädte der europäischen Metropolen haben ja alle dasselbe Problem. Zu viele, viel zu viele und immer mehr Autos, und alle daraus resultierenden Unter-Probleme: verstopfte Straßen, zu wenige Parkplätze, Stau, Lärm, giftiger Gestank… Die dänische Hauptstadt Kopenhagen probiert etwas Neues: Sie stellt die Radfahrer ins Zentrum innerstädtischen Verkehrs… Und das ist einmal ein neuer, spontan vernünftig klingender Ansatz. Dass man nicht da und dort ein bissl Platz macht für die Radfahrer, sondern dass man sagt: Der öffentliche und der Radverkehr sollen unsere Hauptverkehre werden.
Da können wir uns nicht mehr zurückhalten und verzeihen Frau Knecht ja sogar ihr Matschgern über Naked Bike Rides. Weil:
- verzeiht man sowas sowieso und
- spielt sie mit ihren Mädis ja gerne unser Fahrradquartett. Und:
- Ganz unsere Red!
Wir bedanken uns also für diese guten Worte, gratulieren dazu und werden mit eine Goldenen Klingel vorstellig, falls Frau Knecht sowas gern fürs Schuhregal hätte!
Darüber hinaus erinnern wir gerne mit unserer Petition die tatsächlich dafür Zuständigen, dass Wien mal Kopenhagen werden könnte, daran, dass auch Kopenhagen die “Charta von Brüssel” unterzeichnet hat. Sehr geehrte Rudi Schicker und Michael Häupl, das wäre doch eine gute Idee und ein deutliches Zeichen, dass auch Wien dem nachhaltigen Verkehr Vorrang gibt?
Also unterzeichnet unsere Petition, liebe Leute! Damit solche Bilder auch in Wien möglich sind.
Ahja, und Naked Bike Ride: Wieder am 19.6. in Wien!

15% Radverkehrsanteil für Wien? Charta unterzeichnen!





5. September, 2009 um 00:27
[...] Zeitung: Die Dänen radeln allen davon↑ VCÖ:Mehr Radverkehr in Wien bringt weniger Staus↑ IG-Fahrrad: Wien darf Kopenhagen werden!↑ Welt.de: Innovative Fahrradverleihsysteme für die StädteKommunen in der Region [...]
26. September, 2009 um 10:14
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